Steine und Füchse. Das sind die Hauptbestandteile des Spiels, das Schüler aus Hall, Crailsheim und Gaildorf beim Informatik-Wettbewerb „Hackaton“ der Haller Bausparkasse programmieren müssen. Die Aufgabenstellung: In sechs Ausbaustufen müssen die 15 Gymnasiasten aus der 8. bis 10. Klasse die App so programmieren, dass die Steine in einen Lkw einsortiert werden und die Füchse in den Fuchsbau gelangen. Ziel ist es, am Ende ein Haus zu bauen.
Entwickelt haben die Idee die beiden Informatiklehrer Monika Eisenmann und Matthias Zimmer vom Gymnasium bei St. Michael (GSM). Sie unterrichten das neue Profilfach IMP (Informatik, Mathematik, Physik). „Die Schüler lernen, Apps zu programmieren und sie sind mit Begeisterung dabei“, sagt Eisenmann. Seit einigen Jahren bestehen eine Kooperation und enger Austausch zwischen dem GSM und der Bausparkasse. „Wir werden nicht als IT-Arbeitgeber wahrgenommen und da ist so ein Wettbewerb wichtig“, sagt Stefanie Klenk vom Ausbildungsmarketing der Bausparkasse.

Kreativität und Suchtfaktor

Aufmerksam hören die Schüler im Lab 31 den Anweisungen für den Wettbewerb zu. „Es geht nicht um die Schönheit der Ausbaustufen, sondern um die Funktionalität“, sagt Zimmer. Zusatzpunkte gebe es beispielsweise für Kreativität und Suchtfaktor. Und schon starten die Teams an ihren jeweiligen Stationen mit der Arbeit. Jede Dreiergruppe bekommt zwei Laptops und ein Tablet, auf das sie die fertige App dann aufspielen müssen. Zeit haben sie von circa 10 bis 15.30 Uhr. „Ich mag es, Probleme zu lösen“, sagt Tim Knupfer vom Schenk-­von-Limpurg-Gymnasium Gaildorf, während er und seine zwei Klassenkameraden Danny Vogel und Theo Leuze ihre Laptops an den Strom anschließen.
Zu einer kurzen Verzögerung kommt es bei Johannes Weinbrecht, Konstantin Bernhard und Elias Siegert vom Lise-Meitner-Gymnasium Crailsheim. Der Stecker für den Laptopakku möchte sich nicht so recht anschließen lassen. Ob sie gewinnen möchten? „Entweder es läuft gut oder nicht“, sagt Johannes pragmatisch, bevor er sich in die Arbeit vertieft.
Wer welche Aufgabe hat, diskutieren Klara Schweizer, Bo Yü Gao und Leon Heiner vom Gymnasium bei St. Michael. „Einer wird am Programm arbeiten“, sagt Bo und „einer kann zum Beispiel die Anleitung schreiben“, ergänzt Leon.
Auch Enie Lehnert, Yannick Mottl und Lenn Fischer vom Albert-Schweitzer-Gymnasium Crailsheim sind in ihre ersten Arbeitsschritte vertieft. In der ersten Ausbaustufe fällt der Fuchs vom oberen Bildschirmrand nach unten. Er bewegt sich dabei alle 50 Millisekunden fünf Pixel nach unten, so steht es in der Aufgabenstellung vor.

In der Informatik-AG

„Ich denke, wir kriegen das gut hin“, sagt Hannah Löchner vom Haller Erasmus-Widmann-Gymnasium, während Teamkollegen Bianca Blum und Joas Horlacher noch den PC für die Aufgabe einrichten. Die drei sind in der Informatik-AG ihrer Schule. Mehr Mädchen als Jungs lernen dort das Programmieren, erzählen die Schülerinnen.
Am GSM ist dies auch Bestandteil im Profilfach IMP. 28 Schüler aus der 8. Klasse besuchen den Unterricht vier Stunden in der Woche, erklärt Eisenmann. Mädchen und Jungs werden dabei getrennt unterrichtet. „Mädchen gehen strukturierter vor und Jungs eher nach Trial und Error“, sagt sie. So kämen mehr Mädchen weiter und begeistern sich eher für das Fach, wenn sie nicht gleich von den Jungs überholt werden, so Eisenmann, die seit mehr als 20 Jahren Informatik unterrichtet. Im Profilfach sollen die Schüler aber nicht nur Programmieren lernen, sondern auch den verantwortungsvollen Umgang mit Technik und Internet.
Nach mehreren Stunden konzentriertem Arbeiten steht dann der Sieger des Wettbewerbs fest: die Jungs des Lise-Meitner-Gymnasiums, gefolgt vom GSM und dem Albert-Schweitzer-Gymnasium. Die Jury hatte es aber schwer, denn die Qualität aller Teams war hoch und die Ergebnisse liegen nahe beieinander. Für den 1. Platz gibt es 129 Punkte und für den 5. Platz 121 Punkte.