Warnstreik in Brotfabriken: Mitarbeiter von Jaus Bakery und Lieken legen Arbeit nieder
Weißenhorn/Günzburg. Mehr Anerkennung für systemrelevante Arbeit: Mit einem gemeinsamen Warnstreik machen die Beschäftigten der Brotfabriken Jaus Bakery in Weißenburg und Lieken Brot- und Backwaren in Günzburg am Montag auf ihre Lage aufmerksam. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde in der bayerischen Brotindustrie. Die Gewerkschaftsmitglieder fordern eine Lohnerhöhung von 6,2 Prozent, mindestens jedoch 160 Euro mehr im Monat, sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 80 Euro. Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde bestünden die Arbeitgeber auf einer Nullrunde, teilt die NGG mit. „Bei den Gewerkschaftsmitgliedern bei Jaus Bakery und Lieken ist der Ärger über das Nullangebot der Arbeitgeber groß. Sie haben in der Pandemie viel für die Betriebe geopfert und erwarten mehr Wertschätzung für ihre Leistungsbereitschaft“, meint Tim Lubecki, Geschäftsführer der NGG Schwaben.
Gewerkschaftschef: „Den Unternehmen geht es gut“
Nach der Informationen der Gewerkschaft bewegen sich die Auftragseingänge der bayerischen Brotfabriken trotz Pandemie auf dem Vorjahresniveau. Einzelne Hersteller hätten sogar Schwierigkeiten, die hohe Nachfrage zu bedienen. Lubecki: „Den Unternehmen geht es gut. Es gibt keine wirtschaftlichen Gründe, den Beschäftigten in der Brotindustrie ihre Lohnerhöhung zu verweigern. Eine ordentliche Lohnerhöhung ist gerade in Zeiten von Corona wichtig, da sie die Kaufkraft der Beschäftigten erhöht und damit die Wirtschaft ankurbelt.
Bei den Warnstreiks treffen sich die Beschäftigten von Jaus und Lieken zum gemeinsamen Protest vor dem Tor der Firma Lieken Brot- und Backwaren in Günzburg.
