Zerstörter Theaterfundus
: Prozess wegen Brandstiftung in der Ulmer Paketposthalle beginnt

Ein 42-jähriger Obdachloser steht ab Mittwoch, 4. März 2026, vor dem Landgericht Ulm. Der Vorwurf: Er soll absichtlich Feuer gelegt haben – aus Rache.
Von
Marcus Golling
Ulm
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Ulmer Theater Probebühne in der Bleichstraße nach dem Brand und Paketposthalle

Alles verbrannt oder unbrauchbar: So sah es im Kostümfundus des Theaters Ulm nach dem Brand aus.

Volkmar Könneke
  • Prozess wegen Brandstiftung am Landgericht Ulm beginnt am 4. März 2026, 9 Uhr.
  • Angeklagt: 42-jähriger Wohnungsloser, seit September 2025 in U-Haft.
  • Vorwurf: Feuer in Paketposthalle in Nacht 24./25. Juni 2025 aus Rache gelegt.
  • Schaden: etwa fünf Millionen Euro am Gebäude, rund acht Millionen Euro Inventar.
  • Theater Ulm: Kostümfundus, Requisiten und zwei Probebühnen wurden vernichtet; Urteil am 26. März erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Juni 2025 hat ein Feuer in der Paketposthalle den Kostümfundus des Theaters Ulm vernichtet. Wie das Landgericht Ulm mitteilt, beginnt nun der Prozess: Die 1. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Michael Lang verhandelt wegen Brandstiftung ab Mittwoch, 4. März 2026, 9 Uhr, gegen den Tatverdächtigen, einen 42-jährigen Wohnungslosen. Dieser war im September 2025 festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Dem wegen Eigentums- und Gewaltdelikten vorbestraften türkischen Staatsbürger wird laut Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, er habe in der Nacht von 24. auf 25. Juni 2025 in der Halle absichtlich an mehreren Stellen Feuer entfacht, um das Lager des Theaters Ulm samt dem gesamten Inventar zu zerstören.

Obdachlose hatten ein Lager nebenan

Er habe sich dafür rächen wollen, dass er tags zuvor aus der angrenzenden Posthalle verwiesen worden war, wo er sich mit anderen Wohnsitzlosen ein Übernachtungslager eingerichtet haben soll. Der Angeklagte war laut Staatsanwaltschaft zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert.

Am Gebäude entstand durch den Brand ein Schaden von etwa fünf Millionen Euro, der am Inventar liegt mit geschätzt acht Millionen Euro noch höher. Das Theater Ulm hatte in der Paketposthalle nicht nur den Großteil seiner Kostüme sowie Requisiten eingelagert, sondern auch zwei Probebühnen eingerichtet.

Das Landgericht hat für den Prozess vier Verhandlungstage anberaumt, das Urteil wird am 26. März erwartet.