Ulmer Münster
: Restaurierter Glasschatz ist „Denkmal des Monats“

2021 ging ein Bleiglasfenster im Südturm wohl wegen eines Überschallknalls zu Bruch. Das Gute daran: Danach begannt eine große Restaurierung.
Von
swp
Ulm
Jetzt in der App anhören
Die Fenster sind in der Christuskammer des Münsters ausgestellt.

Die Fenster sind in der Christuskammer des Münsters ausgestellt.

Ulrich Regenscheit/LAD
  • 2021 zerbrach ein Bleiglasfenster im Ulmer Münster durch einen Überschallknall.
  • 13 Fenster wurden daraufhin restauriert und gesichert.
  • Die Denkmalstiftung BW erklärte die Fenster zum „Denkmal des Monats“ für Februar 2025.
  • Die ältesten Fenster stammen aus dem Jahr 1420.
  • Restaurierung und Neupräsentation wurden durch 12.500 Euro von der Denkmalstiftung und Spenden finanziert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Nachhinein hatte das Unglück doch etwas Gutes. Wohl der Überschallknall eines Düsenjägers ließ 2021 im Ulmer Münster eines der Bleiglasfenster in der Christuskammer im Südturm herabstürzen und zerbrechen. Daraufhin wurden 13 Fenster restauriert und gegen vergleichbare Schäden gesichert, teilte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit. Die Institution hat die Präsentationsscheiben zum „Denkmal des Monats“ für Februar 2025 erklärt.

Es handelt es sich bei diesen nicht um fest eingebaute Fenster, sondern um eine Sammlung teils mittelalterlicher Überreste aufwendig bemalter Gläser, die früher im Münster verbaut waren. Die ältesten Exemplare gehen auf das sogenannte Kutteltürfenster zurück, das im Jahr 1420 entstanden ist. Andere gehörten einst zum Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisfenster. Dieses war Teil eines zwischen 1878 und 1913 geschaffenen Zyklus, der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde.

Alle Scheiben wurden nun gereinigt und in der Malschicht stabilisiert. In den meisten Fällen konnten die bisher angebrachten Deckgläser nach der Restauration entfernt werden, so dass sich die ursprünglichen Malfarben dem Betrachter heute wieder unverfälscht präsentieren. Im vergangenen Jahr kehrten sie an ihren angestammten Platz zurück. Statt wie früher an Ketten aufgehängt, sind sie nun zwischen Metallschienen eingeklemmt, die ihrerseits im Mauerwerk verankert sind. Besichtigt werden können sie nur im Rahmen von Führungen.

12.500 Euro von der Denkmalstiftung

Ermöglicht hat die Restaurierung und Neupräsentation der Fenster ein Zuschuss in Höhe von 12.500 Euro, den die Denkmalstiftung Baden-Württemberg gewährt hatte. Weitere Beiträge lieferte eine Online-Spendenkampagne, die der Münsterbauverein ins Leben gerufen hatte.

Die Landesdenkmalstiftung fördert nach eigenen Angaben insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie eigenen Angaben zufolge mehr als 1700 Vorhaben mit rund 69 Millionen Euro unterstützt.