Ulmer Münster
: Internationaler Orgelsommer bringt Musik in den Freitagabend

Die Münsterkantorei erprobt ein neues Format mit Gastorganisten aus der ganzen Welt. Start ist am 29. August 2025 mit einem slowakischen Shooting-Star.
Von
Marcus Golling
Ulm
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Ulm, Ulmer Münster, Konzert für Trompete und Orgel: Konzert für Trompete (István Siket) und Orgel (Baláz Szabó) im Münster (Donaufest).

Orgelempore, Martinsfenster, Orgelpfeifen, Empore, Pfeifen, Orgel,

Die Walcker-Orgel im Ulmer Münster.

Volkmar Könneke
  • Der Internationale Orgelsommer im Ulmer Münster startet am 29. August 2025.
  • Auftakt mit Juraj Kremen aus der Slowakei, u. a. mit Werken von Buxtehude, Mendelssohn und Liszt.
  • Drei Konzerte: Hyelin Lee (5. September) und Yu & Yuki Sasaki (12. September) folgen.
  • Ziel: Hochkarätige Orgelkunst und neue Akzente für Touristen und Einheimische.
  • Karten sind an der Abendkasse erhältlich, Veranstaltungen dauern etwa eine Stunde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Touristinnen und Touristen in Ulm vermissen die früheren Sonntagsorgelkonzerte im Ulmer Münster nicht. Wie Kantor Friedemann Johannes Wieland sagt, sei die inzwischen tägliche, halbstündige Orgelandacht „Punkt 12“, die von ihm und den anderen Organistinnen und Organisten der Münstergemeinde bestritten wird, ein „touristischer Magnet“. Aber zusätzlich habe man weiterhin das Ziel, Orgelkonzerte auf internationalem Niveau anzubieten: Der Internationale Orgelsommer soll die Lücke zum Teil schließen.

Am Freitag, 29. August, 19 Uhr, gastiert zu dessen Premiere im Münster mit Juraj Kremen laut Wieland „einer der Shooting-Stars an der Orgel“. Der 1993 geborene Slowake ist Gewinner zahlreicher Preise, spielte kürzlich schon in der wiedereröffneten Pariser Kathedrale Notre-Dame. In Ulm wird er ein Programm präsentieren, das von eigenen Improvisationen bis zu Werken von Buxtehude, Mendelssohn und Liszt reicht.

Die neue Assistenzorganistin stellt sich vor

Drei Konzerte umfasst das Internationale Orgelsommer in diesem Jahr. Auf Kremen folgt Hyelin Lee: Die Südkoreanerin, seit Mai als Nachfolgerin von Sören Gieseler Assistenzorganistin am Münster, stellt sich dem Publikum mit Musik von Bach, Alain und Franck vor (5. September). Den dritten und letzten Termin bestreiten Yu (Orgel) und Yuki Sasaki (Mezzosopran): Das Musikerehepaar aus Japan erinnert mit einem Programm von Bach bis Reger an den Atombombenabwurf auf ihre Heimatstadt Hiroshima vor 80 Jahren (12. September).

Wieland freut sich über den zeitgeschichtlichen Bezug: „Wir haben neben dem künstlerischen auch einen geistig-intellektuellen Anspruch.“ Er hofft auf großes Publikumsinteresse an den jeweils rund einstündigen Veranstaltungen. In den kommenden Jahren will die Münsterkantorei die Zahl der Konzerte erhöhen, der Termin im Spätsommer bis Frühherbst soll bleiben.

Der Organist Juraj Kremen aus der Slowakei.

Der Organist Juraj Kremen aus der Slowakei eröffnet am 29. August die neue Reihe.

Henrich Misovic

Doch warum gibt es eigentlich die Sonntagsorgelkonzerte nicht mehr? Die 30 bis 35 Ausgaben pro Jahr seien logistisch und bürokratisch nicht mehr zu stemmen gewesen, sagt Wieland. Zudem habe er eine gewisse „Übersättigung“ gespürt. Mit seinen Terminen am Abend statt zur Mittagszeit soll der Internationale Orgelsommer neue Anreize schaffen, auch für Touristinnen und Touristen.

Karten für die Konzerte gibt es jeweils an der Abendkasse im Münster.