Theater Ulm: Gemeinderat bringt umstrittenen Anbau auf den Weg

Die „Zauberburg“ von Max Dudler: der geplante Erweiterungsbau des Theaters Ulm mit integriertem Kinder– und Jugendtheater.
Matthias Kessler- Theater Ulm: Bauausschuss stimmt mit 7:5 für umstrittenen Anbau – Entscheidung im Gemeinderat folgt.
- Kosten für den Theateranbau wurden auf 38,8 Mio. Euro reduziert – Baubeginn Herbst/Winter 2026 geplant.
- Projekt umfasst Kinder- und Jugendtheater, Proberäume und Werkstätten – Debatte läuft seit 2012.
- SPD, Grüne und eine CDU-Stimme dafür – Gegner kritisieren Kostenrisiko und Notwendigkeit des Projekts.
- Sparzwang erfordert präzise Planung – Fördermittel vom Bund weiterhin erhofft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Bekanntes Bild“, sagte Milica Jeremic, die Leiterin des städtischen Gebäudemanagements, als sie die Visualisierung des Theateranbaus auf die Monitore im Sitzungssaal schickte. Schon sechs Mal sei in den vergangenen eineinhalb Jahren über das Projekt abgestimmt worden. „Wir glauben, dass die Sieben eine Glückszahl ist.“ Jeremic‘ Optimismus wurde belohnt: Der Bauausschuss gab mit 7:5 Stimmen die Empfehlung für den Baubeschluss. Der Gemeinderat folgte dieser am Tag darauf. Das Projekt „Neubau eines Kinder- und Jugendtheaters sowie zusätzlicher Proberäume und Werkstätten für das Theater Ulm“ scheint nun endgültig auf dem Weg.
Hat auch gedauert. Die Gefährdungsbeurteilung, die die Neuschaffung von Werkstatträumen für das Theater notwendig machte, stammt von 2012, über neue Räume für das Kinder- und Jugendtheater wird noch länger diskutiert. Auf der Kippe stand das Projekt zuletzt, weil sich Anfang 2024 die kalkulierten Baukosten auf rund 56,6 Millionen Euro in etwa verdoppelt hatten. Die Verwaltung arbeitete nach, zwei Untergeschosse mit Lagerflächen wurden aus dem Plan genommen. Der Gemeinderat stimmte dem Kompromiss zu. Aktuell liegt die Kostenschätzung bei 38,8 Millionen Euro.
Nur die linken Fraktionen sind geschlossen dafür
Doch der Bauausschuss blieb gespalten: SPD und Grüne stimmten zwar geschlossen für den Baubeschluss, von der rechten Seite des Ratstisches schloss sich ihnen aber nur Brigitte Röder (CDU) an. Die Argumente der Gegner waren schon früher vorgebracht worden: Das ganze Vorhaben sei zu ambitioniert, das Kostenrisiko zu hoch, der Neubau für das Kinder- und Jugendtheater gar nicht nötig. Baubürgermeister Tim von Winning reagierte darauf doch etwas indigniert: Man habe vieles geprüft, das wüssten die Rätinnen und Räte, dabei habe sich gezeigt, „dass wir es nicht günstiger bekommen, allenfalls schlechter“.
Die „Zauberburg“ mit der Ziegelfassade und der markanten Fuge jedenfalls könnte etwas Gutes werden, das zeigten weitere Renderings des Büros Max Dudler Architekten, der Weg dorthin wird aber noch spannend: Das Gebäudemanagement muss wegen des Sparzwangs die einzelnen Bauabschnitte genau timen und hat „Sollbruchstellen“ für den Fall eingearbeitet, dass das Budget nicht reichen sollte. Wobei Leiterin Jeremic trotz zweier abgelehnter Anträge noch immer auf Bundesförderungen hofft. Bereits im Herbst/Winter 2026 soll der Bau beginnen, die Fertigstellung ist für 2030 geplant.

