Stuttgarter Oper: „Das Interim muss kleiner werden“

Der Entwurf für den Interimsbau für die Stuttgarter Oper. Viel zu teuer?
A+R Architekten/NL Architects/dpa- Stuttgarter Oper: Interimsbau während der Sanierung soll kleiner und günstiger werden.
- Land und Stadt prüfen Einsparungen wegen Baukostensteigerungen von 45 %.
- Standort Wagenhallen bleibt, Raumbedarf und Spielbetrieb werden reduziert.
- Über 200 Mio. Euro für das Interim geplant – genaue Einsparhöhe noch unklar.
- Ziel bleibt zukunftsfähige Sanierung des Littmann-Baus im Oberen Schlossgarten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Interims-Spielstätte während der Sanierung der Stuttgarter Oper muss deutlich bescheidener ausfallen als geplant. Das sagten Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) am Mittwochabend (10. Juli 2025) nach einer Sitzung des Verwaltungsrats der Staatstheater.
Das Gremium hat die Projektgesellschaft ProWSt beauftragt, entsprechende Möglichkeiten zu prüfen. „Das Interim muss bezahlbar bleiben“, sagte Olschowski. „Es muss kleiner werden und es muss einfacher werden.“ Im Idealfall werde es außerdem schneller fertig. „Wenn es die Umstände erfordern, muss man solch langjährige Großprojekte immer wieder hinterfragen“, ergänzte Nopper. „Auch wenn es schwerfällt.“
Hintergrund ist das Ergebnis eines vorausgegangenen Prüfauftrags, bei dem die ProWSt nach Möglichkeiten suchen sollte, die Übergangsspielstätte kostengünstiger und schneller zu bauen. Trotz mehr als 100 potenzieller Themen hätten sich aber keine wesentlichen Ansatzpunkte ergeben, sagte Olschowski. Angesichts von Baukostensteigerungen von 45 Prozent und einer drastisch veränderten Lage der öffentlichen Haushalte könne man nicht einfach „Augen zu und durch“ beschließen. „Bei dem bestehenden Grundkonzept ist weder eine Beschleunigung noch eine relevante Kosteneinsparung möglich. Dann müssen wir dieses Grundkonzept auf den Prüfstand stellen.“
Zukunftsfähige Sanierung
Diese Entscheidung erfolge aus Verantwortung für das Gesamtprojekt. Olschowski zufolge geht es darum, den Raumbedarf zu verkleinern, indem beispielsweise andere Stätten in der Stadt noch einmal geprüft werden, aber auch im Spielbetrieb Verzichtbares zu identifizieren. Die Interims-Stätten sind bei den Wagenhallen geplant. Als im Juni 2023 der Siegentwurf für das Interim gekürt wurde, war von möglichen Kosten für das Ausweichquartier von mehr als 200 Millionen Euro die Rede.
Der Geschäftsführende Intendant der Württembergischen Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks, sagte, die Priorität der Theater liege auf einer zukunftsfähigen Sanierung des Littmann-Baus im Oberen Schlossgarten, auch einfach als Stuttgarter Oper bekannt. Der Interims-Bau habe B-Priorität, müsse aber in der Lage sein, das Stammpublikum zu halten, Genehmigungsbestimmungen für 1000 Mitarbeiter zu erfüllen und identitätsstiftenden Aufführungen wie etwa Cranko-Choreografien beizubehalten.
Zur Größenordnung der angestrebten Einsparungen machte Olschowski keine Angaben, darüber sei auch im Verwaltungsrat nicht gesprochen worden. Es werde nicht gelingen, die 45-prozentige Baukostensteigerung einzusparen. „Aber wir werden auch nicht fünf Prozent einsparen.“
Immerhin: Mit der teilweisen Unterkunft der Werkstätten auf dem Gelände der früheren Zuckerfabrik und mit den Plänen zur Ausschreibung der Opernsanierung liegen die Projektpartner Olschowski zufolge im Plan – wenn man auch hier von der Entwicklung der Baukosten absieht.

