Stadtbibliothek Ulm
: Zum Finale von „Kultur auf Stufen“ wird der Mensch zum Tier

Mit einer Lesung der Schweizerin Julia Weber aus ihrem magischen Roman „Weil ich Ruth bin“ endet die erfolgreiche Saison im Forum an der Glaspyramide.
Von
red
Ulm
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Das Finale von „Kultur auf Stufen“, rechts im Bild die Schriftstellerin Julia Weber mit Moderator Marcus Golling.

Das Finale von „Kultur auf Stufen“, rechts im Bild die Schriftstellerin Julia Weber mit Moderator Marcus Golling.

Stadtbibliothek Ulm
  • Finale von „Kultur auf Stufen“ in der Stadtbibliothek Ulm mit Autorin Julia Weber.
  • Lesung aus „Weil ich Ruth bin“: eine junge Frau mit Kräften, Menschen in Tiere zu verwandeln.
  • Auftakt trotz partieller Sonnenfinsternis – rund 90 Besucherinnen und Besucher waren da.
  • Saisonbilanz: über 2000 Gäste bei neun Abenden, im Vorjahr knapp 1800.
  • Größter Andrang bei der Band Maxjoseph – die Reihe ist kostenlos und wird gefördert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Muss man sich erst einmal trauen: mit einer Kulturveranstaltung gegen ein Himmelsereignis anzutreten. Am Mittwochabend (12. August 2026), als Tausende die partielle Sonnenfinsternis verfolgten, war im Forum der Stadtbibliothek Ulm die Autorin Julia Weber zu Gast. Trotz des kosmischen Schauspiels waren rund 90 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer zum Finale von „Kultur auf Stufen“ gekommen, um der Lesung der Schweizerin aus ihrem aktuellen Roman zu folgen.

Die Reihe kann sich selbst bei solcher Konkurrenz auf ihre Fans verlassen. „Weil ich Ruth bin“ (Limmat Verlag, 464 Seiten, 28 Euro) war auch das passende Buch: Weber, die schon mit ihrem Debütroman „Immer ist alles schön“ 2017 auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises stand, schreibt darin über eine junge Frau, die man durchaus als Hexe bezeichnen könne, wie die Schriftstellerin im Gespräch mit dem Moderator Marcus Golling aus der SWP-Kulturredaktion bestätigte.

Ruth kann Menschen verwandeln

Denn Ich-Erzählerin Ruth verfügt über besondere Kräfte: Vor allem kann sie Menschen in Tiere verwandeln – durch zärtliche Nähe: „Am Bauch wächst durch die Berührung meiner Lippen ein feiner, weißer Flaum. Und seine Finger werden hart und rosa, dünner, Krallen wachsen anstelle der Nägel (…). Er schrumpft, bis er in meinen Händen sitzt, als Vögelchen mit roter Brust.“

Viele der temporären Verwandlungen wirken wie Liebesakte. Sie habe eine neue Form der Sexualität zeigen wollen, erklärte Weber. Sie selbst fände es übrigens interessant, in eine Qualle verwandelt zu werden. Aber bitte nicht dauerhaft. Denn auch das passiert im Roman: Ruths Kraft kann eine Waffe sein. Vor allem gegen gewalttätige und manipulative Männer.

Es war ein fesselnder Abschluss einer erfolgreichen Saison von „Kultur auf Stufen“: Insgesamt kamen laut Stadtbibliothek mehr als 2000 Personen zu den neun Abenden, im Vorjahr waren es knapp 1800. Das Programm reichte vom Theaterstück bis zur Akrobatik-Show. Der größte Renner war der Auftritt der Münchner Band Maxjoseph, zu dem rund 450 Menschen geströmt waren. Die kostenlose „Kultur auf Stufen“ wird durch eine Förderung der Stadt und die Unterstützung durch die Bibliotheksgesellschaft ermöglicht.