Der mit dem Hit „Gangsta‘s Paradise“ bekannt gewordene US-Rapper Coolio ist tot. Er starb im Alter von 59 Jahren in Los Angeles, wie seine Managerin am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Angaben zur Todesursache machte sie jedoch zunächst nicht. Coolios Freund und langjähriger Manager Jarez Posey sagte der Promi-Website „TMZ“, Coolio sei am Mittwochnachmittag im Haus eines Freundes bewusstlos im Badezimmer aufgefunden worden.
Coolio, der mit bürgerlichem Namen Artis Leon Ivey Jr. hieß, startete seine Rap-Karriere Ende der 80er Jahre in Kalifornien. 1994 schaffte es sein Song „Fantastic Voyage“ bis auf Platz drei der US-Billboard-Charts.
Seinen größten Erfolg feierte er ein Jahr später mit dem Hit „Gangsta‘s Paradise“ aus dem Soundtrack des Films „Dangerous Minds – Wilde Gedanken“ mit Michelle Pfeiffer. Der Song war in den USA die meistverkaufte Single des Jahres 1995, schaffte es in 16 Ländern an die Spitze der Charts und brachte Coolio einen Grammy für die beste Rap-Solo-Performance ein.
Sie sei „todtraurig“ über den Tod des „talentierten Künstlers“ Coolio, schrieb Schauspielerin Pfeiffer. Coolio sei viel zu früh gestorben. „30 Jahre später bekomme ich Gänsehaut, wenn ich den Song höre.“ Rapper-Kollege Vanilla Ice schrieb im Onlinedienst Twitter: „Ich drehe durch, ich habe gerade gehört, dass mein guter Freund Coolio gestorben ist.“ „Friedliche Reise, Bruder“, schrieb Hip-Hopper Questlove.

Autogrammstunde vor Gericht

An den enormen Erfolg von „Gangsta‘s Paradise“ konnte Coolio später jedoch nicht merh anknüpfen, er hatte jedoch noch einige weitere Hits als einer der Stars des Gangsta-Raps. Später wandte er sich der Schauspielerei zu und hatte eine Rolle in „Batman und Robin“ sowie Gastauftritte in Fernsehserien wie etwa „Charmed – Zauberhafte Hexen“.
Wegen illegalen Drogen- und Waffenbesitzes geriet der Rapper wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Auch in Baden-Württemberg landete er vor Gericht. 1998 wurde Coolio vom Böblinger Amtsgericht wegen Beihilfe zu Raub und Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt. Zum Prozessauftakt waren zahlreiche Fans erschienen, denen der Rapper in einer Pause Autogramme gab. Im November 1997 hatte er laut Anklage in einem Modegeschäft in Böblingen mit seinen Bandmitgliedern Kleider im Wert von rund 1500 Mark mitgehen lassen und die Geschäftsführerin in den Bauch gestoßen.