Roxy Ulm
: Großartige „Akkordeonale“ – der letzte Auftritt von Servais Haanen

Mit einem brillanten Ensemble war die „Akkordeonale“ wieder in Ulm: Von Gaucho-Klängen bis zu einer griechischen Ode an die Liebe.
Von
Walter Notz
Ulm
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Servais Haanen..

Der Niederländer Servais Haanen.

Imanuel Spiegel
  • Abschiedskonzert der „Akkordeonale“ im Roxy Ulm: Servais Haanen übergibt sein Projekt.
  • Haanen führte wie gewohnt mit Witz durchs Programm und verabschiedete sich an der Theke.
  • Ensemble bot Vielfalt: Gaucho-Klänge, griechische Ode an die Liebe und portugiesischer Gesang.
  • Höhepunkte: „Résilience“ von Zabou Guérin und „Ein volles Herz“ als gemeinsames Opening.
  • Duo Garlic Melon brachte „Crunchy Nut“, während Maurizio Minardi mit „Anastacia“ auffiel.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit 2009 hat Servais Haanen mit der „Akkordeonale“ große musikalische Abende nach Ulm gebracht. Jetzt aber war es im Roxy (12. Mai 2026) ein Abschiedskonzert, der schlaksige Niederländer gibt sein Lebensprojekt in jüngere Hände. Und was macht einer, der nach so vielen Jahren von der Bühne abtritt? Er steht mit langjährigen Freunden und Wegbegleitern an der Theke und trinkt in aller Ruhe sein Bier. Um anschließend wie immer pointiert und mit viel Witz und Ironie durch das Programm zu führen. Genauer gesagt: sein ganz persönlich ausgewähltes Programm.

Denn zu seiner letzten Tournee hatte er sich für ihn wichtige Musiker und Musikerinnen eingeladen. Das Eröffnungsstück „Ein volles Herz“, gespielt vom gesamten Ensemble, war so etwas wie die Überschrift dieses Abends. Es folgten Gaucho-Klänge aus dem Süden Brasiliens mit Adriana de Los Santos, zarte Farbtupfer des griechischen Bandoneon-Musikers Dimos Vougioukas mit einer Ode an die Liebe oder der portugiesische Saxophonist Diogo Picão, der sich bei „Ter Pressa É Não Saber Chegar“ auch als veritabler Singer/Songwriter präsentierte.

Ein Stück über drei Eichhörnchen

Bei Maurizio Minardi hörte man seine italienischen Wurzeln auch in der Musik. „Anastacia“ klang laut, immer leicht hektisch, aber trotzdem großartig interpretiert. Was nicht zuletzt an den Mitmusikern lag. Denn davon lebt die „Akkordeonale“. Musikstile aus unterschiedlichsten Ländern werden in unterschiedlichsten Formationen geboten. Zum Beispiel mit Cello und Bajan, einem chromatischen Knopfakkordeon. Johanna Stein und Zabou Guérin sind inzwischen abseits der „Akkordeonale“ als Duo Garlic Melon unterwegs und hatten mit „Crunchy Nut“ ein höchst komplexes Stück über drei Eichhörnchen dabei. Wobei Johanna Stein mit ihrem Cello immer wieder eigene Akzente setzte.

Und Zabou Guérin glänzte nicht nur als Musikerin. Das von ihr komponierte „Résilience“, gespielt von allen Musikern, war musikalisch der Höhepunkt des Konzerts. Dann aber kam er, der Abschied von Servais Haanen, begleitet von Standing Ovations. Und seinem Versprechen, der „Akkordeonale“ nicht ganz untreu zu werden. Dann aber im Publikum, oder auf ein Bier an der Theke.