Roman von Andreas Eschbach
: Nur wenige Menschen leben noch in Europa – „Ins fahle Herz des Sommers“

Der Leser fliegt geradezu durch die Seiten, um den Nebel des Mysteriösen schneller zu lüften.
Von
Christoph Alexander Schmidberger
Ulm
Jetzt in der App anhören
Andreas Eschbach: Ins fahle Herz des Sommers. Lübbe, 240 Seiten, 22 Euro.

Andreas Eschbach: Ins fahle Herz des Sommers. Lübbe, 240 Seiten, 22 Euro.

Lübbe
  • Neuer Kurzroman „Ins fahle Herz des Sommers“: Dystopie in naher Zukunft in Europa.
  • Die Erde ist stark erwärmt, Leben wird schwer; viele flohen nach Grönland, Kanada, Sibirien.
  • In Europa kämpfen wenige ums Überleben – Fausto trifft Valérie und verliebt sich.
  • Fremde erscheinen und interessieren sich ebenfalls für Valérie, Spannung steigt.
  • Der Text dient als Vorbereitung für „Novembersommer“ zum Thema Geo-Engineering.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Schreiben über Eschbach-Romane bringt die Herausforderung mit sich, möglichen Lesern nicht den Spaß an der Lektüre zu verderben, wartet der in Ulm geborene Autor doch meist mit überraschenden Plot-Twists auf. Was dem Whodunit-Krimi die Entlarvung des Mörders, ist dem Eschbach-Thriller eher ein Perspektivwechsel, der die bisherige Handlung in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Der Leser fliegt geradezu durch die Seiten, um den Nebel des Mysteriösen schneller zu lüften.

So ist es auch bei „Ins fahle Herz des Sommers“, Andreas Eschbachs neuestem Kurzroman, der nicht nur per se ein überraschendes Ende liefert, sondern sich überdies noch als Vorbereitung für das im Herbst erscheinende Romanprojekt „Novembersommer“ zum Thema Geo-Engineering herausstellt, das in einem zusätzlichen Kapitel angeteasert wird. Aber der Reihe nach: Eschbach, seit Ende der 1990er mit das „Jesus-Video“ und „Eine Billion Dollar“ erfolgreich in den Genres Wissenschaftsthriller und Science Fiction unterwegs und regelmäßiger Gastautor für die weltgrößte Sci-Fi-Romanserie „Perry Rhodan“, beschäftigt sich immer wieder mit möglichen Entwicklungen der Menschheit: nähere Zukunft („Ausgebrannt“) und fernere Zukunft („Eines Menschen Flügel“) sowie mit alternativen Zeitverläufen („NSA – Nationales Sicherheits-Amt“).

Die rätselhafte Valérie

Der vorliegende Roman ordnet sich in die Kategorie „nähere Zukunft“ ein und wird deshalb umso unangenehmer, denn was Eschbach hier beschreibt, ist von der erlebten Realität gar nicht so weit weg. Die Erde hat sich so stark erwärmt, dass ein normales Leben kaum noch möglich ist. Wer nicht an der zusätzlich aufgetretenen, nicht näher definierten Pandemie zu Grunde gegangen ist, flüchtete in nördliche Gefilde wie Grönland, Kanada oder Sibirien. Nur wenige Menschen leben noch in Europa, einen kräftezehrenden Überlebenskampf führend.

Protagonist Fausto schlägt sich in Frankreich durch, bis er die gleichermaßen schöne wie rätselhafte Valérie kennen und lieben lernt. Dann taucht aber auch eine Gruppe merkwürdiger Fremder im Ort auf, die sich ebenfalls für Valérie interessieren. Wie immer saugt einen Eschbachs einfache, aber pointierte Sprache tief in die Geschichte, auch wenn diesmal Referenzen an aktuelle Endzeitszenarien a la „28 Years Later“ oder „The Last Of Us“ überdeutlich sind.