Rock im Park 2025: Schulter an Schulter – so war das Festivalwochenende

Menschen, überall Menschen: Das zahlenmäßig wohl größte Publikum in der Geschichte von Rock im Park feiert an insgesamt vier Bühnen Stars aus Deutschland und aller Welt.
Jochen Höneß- Rock im Park feiert 30-jähriges Bestehen mit über 88.000 Besuchern.
- Korn und Slipknot sind die Hauptacts, trotz Regen und Matsch.
- Die Organisation verlief strukturiert und professionell.
- 2433 Hilfeleistungen, 134 Krankenhaus-Transporte, 29 Notarzteinsätze.
- Linkin Park als Headliner für das nächste Jahr angekündigt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Da ist dieser ungläubige, leicht zweifelnde Blick. Als könne er nach all den Konzerten auf den großen Bühnen dieser Welt noch immer nicht glauben, welches Menschenmeer ihm und seinen Bandkollegen da frenetisch zujubelt und jeden Refrain mitsingt. Jonathan Davis, inzwischen 54 Jahre alt, streicht sich die Dreadlocks aus dem Gesicht, hebt den Blick zu seinen Fans, und man möchte ihm glauben, wie sehr er sich freut, dass wieder mal so viele gekommen sind. Korn, die legendären Nu-Metal-Gründerväter aus dem kalifornischen Bakersfield, sind seit 30 Jahren im Geschäft und haben mit „Blind“ oder „Falling Away From Me“ düster-emotionale Lieder für die Ewigkeit geschrieben, die sie auch an diesem Samstagabend unweit des Dutzendteichs in Nürnberg spielen.
Auch „Rock im Park“ wird 30 Jahre alt, und die Veranstalter lassen an diesem Pfingstwochenende 2025 keinen Zweifel daran, wie ernst es ihnen ist mit der größten Geburtstagsparty Süddeutschlands. 88.500 verkaufte Tickets zeigen, dass die Resonanz gewaltig ist, allen Debatten um die Nicht-Verpflichtung von Linkin Park zum Trotz. Im 30. Jahr seines Bestehens hat das Zwillingsfestival von „Rock am Ring“ in der Eifel, das in diesem Jahr den 40. Geburtstag gefeiert hat, nichts von seiner Anziehungskraft verloren.
Stundenlanges Warten im Auto und am Zeltplatz
Das zeichnete sich bereits am Donnerstagmorgen auf den Zufahrtsstraßen in die fränkische Metropole ab: Bis zur Autobahn 6 zurück staute sich der Verkehr. Wer sein Auto schließlich auf einem der ausgewiesenen Parkplätze abgestellt hatte, sah sich mit der nächsten Herausforderung konfrontiert: lange Schlagen vor den Campingflächen, die sich rasend schnell füllten, weshalb manch ein Festivalgänger sein Glück auf einer anderen Fläche versuchen musste. Tausende waren bis weit in den Abend damit beschäftigt, Zelte, Stühle und Verpflegung vom Auto an den Platz zu bringen. Manche kapitulierten und übernachteten im Fahrzeug.
Und auch auf dem eigentlichen Festivalgelände drängten sich übers Wochenende vom frühen Nachmittag bis in die Nacht zehntausende Festivalisten auf der Suche nach Essen, Trinken, Festivalshirts oder dem nächsten Act. Mit dieser Besucherzahl stößt das Areal in seinem jetzigen Zuschnitt an seine Belastungsgrenze. Oder, um es vorsichtig zu formulieren: Ein paar tausend Leute weniger hätten es auch getan.
Slipknot und Korn als Nu-Metal-Heroen, Feine Sahne Fischfilet, die Beatsteaks und ZSK aus der Abteilung Punk, der Rapper Kontra K, die Breakbeat-Artisten von The Prodigy, die Sportfreunde Stiller und das Italo-Schlager-Wunder Roy Bianco als Überraschungsgäste am späten Sonntagvormittag: Es würde jeden Rahmen sprengen, all die höchst unterschiedlichen Konzerte vom Wochenende zu beschreiben. Doch bleibt zum einen die Erkenntnis, dass bei aller musikalischer Vielfalt eine klare Ausrichtung auf härteren Rock und Metal zu funktionieren scheint, ohne dabei andere Genres völlig außer Acht zu lassen. Zum anderen ist es beeindruckend, in welcher Qualität der Sound von der Bühne ins Publikum getragen wird. Große Boxentürme mit zusätzlichen LED-Wänden tun da ihr Übriges. Eine von vielen technischen Meisterleistungen, die hinter den Kulissen einer solchen Massenveranstaltung erbracht werden müssen.
Sturm und Drang
Gerade auf Festivals gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Doch muss man lange zurückgehen in der Historie von „Rock im Park“, um eine ähnlich verregnete Ausgabe zu finden. Es schüttet phasenweise wie aus Eimern, dazu weht ein böiger Wind. Nicht nur mancher Pavillon kapituliert vor diesen Naturkräften, auch der Boden verwandelt sich zusehends in eine matschig-schlammige Einöde, wie man sie sonst aus Wacken kennt, jedenfalls da, wo der Rasen nicht zuvor mit Gehplatten abgedeckt worden war.
Doch lassen sich die Allermeisten auch vom Mistwetter nicht die gute Laune verderben. Der Platz vor der Bühne ist voller Energie, die sich entlädt, wenn der Chor aus vielen zehntausend Stimmen die Songs ihrer Stars lauthals mitsingt, wenn gehüpft, getanzt, geklatscht wird und sich die Hartgesottenen auf Händen bis zum Bühnengraben tragen lassen. So wird es wohl auch im kommenden Jahr sein – mit Linkin Park als erstem bekanntgegebenen Headliner.

Jan „Monchi“ Gorkow von Feine Sahne Fischfilet singt mit Emotion und Leidenschaft.
Jochen HöneßRettungskräfte ziehen positive Bilanz
Rund 1125 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Nürnberger Hilfsorganisationen waren bei „Rock im Park“ das ganze Wochenende im Dienst. Die Einsatzleitung zieht eine positive Bilanz: Alles sei „überaus strukturiert, professionell und planmäßig“ abgelaufen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Es gab 2433 „sanitätsdienstliche Hilfeleistungen“, 134 Transporte ins Krankenhaus und 29 Notarzteinsätze. Der häufigste Einsatzgrund in diesem Jahr: Zeckenbisse.
Für einen Festivalbesucher hat das Konzert von Slipknot am Freitagabend eine dramatische Wendung genommen: Er verlor während des Auftritts das Bewusstsein und erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Umstehende Besucher reagierten besonnen und reanimierten die leblose Person, bis die Rettungskräfte eintrafen und ihn weiter versorgten. Anschließend kam der Mann ins Krankenhaus. Ein anderer Besucher kletterte auf einen vier Meter hohen Zaun und stürzte, wobei er sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zuzog.




















