Provokative Aktionen: Feministische Kunstpionierin Valie Export mit 85 gestorben

Sie war eine Vorreiterin des feministischen Aktionismus: Valie Export ist mit 85 Jahren gestorben.
Monika Skolimowska/dpa- Die österreichische Aktionskünstlerin Valie Export ist in Wien im Alter von 85 Jahren gestorben.
- Sie galt als Pionierin des feministischen Aktionismus und arbeitete mit Performance, Film und Fotografie.
- Bekannt wurde sie 1969 mit „Genitalpanik“ in München – ihr Motto lautete: „Kunst muss aggressiv sein.“
- 1968 sorgte das „Tapp und Tastkino“ in Wien für Aufsehen, Passanten durften ihren Oberkörper ertasten.
- Die Stiftung betont: Ihr Werk hinterfragt die Normierung des weiblichen Körpers kompromisslos.
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Die einflussreiche österreichische Aktionskünstlerin Valie Export ist tot. Die für ihre feministischen und provokativen Projekte bekannte Künstlerin starb am Donnerstag in Wien im Alter von 85 Jahren, wie die Valie Export Stiftung mitteilte.
Valie Export, die mit bürgerlichem Namen Waltraud Stockinger hieß, kam 1940 in Linz zur Welt. Ihr Werk umfasst nicht nur Performance, sondern auch Film, Fotografie und Medienkunst. Für ihre Aktion „Genitalpanik“ spazierte sie 1969 mit einer aufgeschnittenen Hose in München während eines Filmfestivals in einen Kinosaal und präsentierte ihr Schamhaar.
„Kunst muss aggressiv sein“
Ihr Motto lautete: „Kunst muss aggressiv sein.“ Bereits 1968 löste sie große Aufregung aus, als sie sich ihr „Tapp und Tastkino“ vor die nackte Brust schnürte. 33 Sekunden lang konnten Passanten in der Wiener Innenstadt durch einen kleinen Vorhang in den Kasten greifen und ihren entblößten Oberkörper ertasten.
Im Mittelpunkt ihres Werkes stehe die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers, hieß es von der Stiftung. „Dabei nimmt sie unerschrocken und kompromisslos intime, tabuisierte oder gesellschaftlich verdrängte Inhalte in den Blick“, hieß es.
