Performance in Stuttgart
: Theaterkritiker küren „Sancta“ zur Inszenierung des Jahres

In der Umfrage des Fachmagazins „Theater heute“ erhält die Opernperformance von Florentina Holzinger die meisten Stimmen. In Stuttgart war sie ein Skandal.
Von
Marcus Golling
Stuttgart/Berlin
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Performance „Sancta“

Viel nackte Haut: eine Szene aus der Performance „Sancta“ im Stuttgarter Opernhaus.

Matthias Baus/Staatsoper Stuttgart/dpa
  • Opernperformance „Sancta“ von Florentina Holzinger zur Inszenierung des Jahres gewählt.
  • Kritiker loben „queerfeministische Aneignung“ einer katholischen Messe in „Sancta Susanna“.
  • Aufführung in Stuttgart sorgte für Skandale: Notarzteinsätze und Saalverlassungen.
  • Nikola Knezevic erhielt Preis für das Bühnenbild des Jahres mit ungewöhnlichen Elementen.
  • Theater Magdeburg wurde überraschend zum Theater des Jahres gekürt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Opernperformance „Sancta“ von Florentina Holzinger ist von Theaterkritikern zur Inszenierung des Jahres gewählt worden. „Auch wenn das Publikum insbesondere in Stuttgart mit Ohnmachten zu kämpfen hatte, begeisterte das Gesamtkunstwerk über alle Genregrenzen hinaus“, heißt es in der Zeitschrift „Theater heute“. Befragt wurden 47 Kritikerinnen und Kritiker zur vergangenen Spielzeit.

Wegen drastischer Darstellungen von Gewalt und Sexualität war die Performance erst ab 18 Jahren freigegeben. Im Stuttgarter Opernhaus hatten Zuschauer den Saal verlassen, weil ihnen schlecht wurde; in drei Fällen hatte der Notarzt gerufen werden müssen.

In „Theater heute“ heißt es zur Abstimmung: „Florentina Holzingers queerfeministische Aneignung einer katholischen Messe im Rahmen von Paul Hindemiths Kurzoper ‚Sancta Susanna‘ – unter anderem koproduziert von den Opernhäusern in Schwerin und Stuttgart – feiern 9 Theaterkritiker:innen.“ Ausgezeichnet wurde auch das „Sancta“-Bühnenbild. Nikola Knezevic habe „mit Kletterwand, Halfpipe, Neonkruzifix, Roboter und Weihrauchfass“ das Bühnenbild des Jahres entworfen.

Zum Theater des Jahres kürte die Zeitschrift das Theater Magdeburg. Das Fachmagazin schrieb von einer Überraschung. Die Berliner Volksbühne und das Staatstheater Wiesbaden landeten mit jeweils vier Stimmen auf dem zweiten Platz.

Stück des Jahres ist nach Meinung der Kritikerinnen und Kritiker Dea Lohers „Frau Yamamoto ist noch da“. Schauspielerin des Jahres ist Julia Riedler, bei den Männer teilen sich Andreas Döhler, Moritz Kienemann und Thomas Schmauser den Titel.