Obstwiesenfestival 2026
: „Are you ready to kunstrock?“ – so war der OWF-Samstag

Maxïmo Park sind frisch wie vor 20 Jahren, die neue Generation kommt und Itchy lösen Emotionen aus: das Open-Air-Finale in Dornstadt.
Von
Marcus Golling
Dornstadt
Headliner am Samstag: Maxïmo Park mit Sänger Paul Smith.

Headliner am Samstag: Maxïmo Park mit Sänger Paul Smith.

Armin Buhl
  • OWF-Samstag in Dornstadt: Sonne, volle Plätze und ein gemeinsames Fest am Lerchenberg.
  • Maxïmo Park als Headliner lieferten energiegeladenen Indie-Rock mit alten Hits.
  • Teen Jesus & The Jean Teasers und Punchbag setzten frische, feminisierte Indie- und Elektropop-Akzente.
  • Somebody's Child wirkten gedämpfter – Itchy trafen mit Pop-Punk den Nerv des Publikums.
  • Emotionaler Höhepunkt: „Oh Boy“ für den 2022 verstorbenen Freund Tobias „Bobbes“ Schmid.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Für Menschen wie Paul Smith wurde Elastan erfunden. Wenn man wie der Sänger von Maxïmo Park über die Bühne tanzt, springt, in die Luft kickt, den Mikrofonständer über seinem Kopf kreisen lässt und dabei trotzdem noch elegant aussehen will, braucht man dehnbare Texilien. Ein bisschen Kunstfaser-Anteil für 100 Prozent echte Indie-Schwerarbeit, wie man sie so prominent noch nicht einmal in Dornstadt jedes Jahr bekommt, entsprechend ist die Kulisse. „Guten Abend, Obstwiesenfestival!“, schreit Smith den Tausenden Besucherinnen und Besuchern entgegen, auch Rockstars lernen mit Duolingo. „Are you ready to kunstrock?'“

  • Paul Klüfers geht mit Oskar und dem kleinen Charlie erstmal zum Weißwurstfrühstück. Die Münchener sind zum ersten Mal da und freuen sich aufs Kinderprogramm.

    Paul Klüfers geht mit Oskar und dem kleinen Charlie erstmal zum Weißwurstfrühstück. Die Münchener sind zum ersten Mal da und freuen sich aufs Kinderprogramm.

    Karin Mitschang
  • Am Campingplatz macht man sich frisch für den letzten Festivaltag. Die einen räumen unzählige Dosen vom Vorabend bei harten Beats auf, die anderen kümmern sich um ihre Körperhygiene.

    Am Campingplatz macht man sich frisch für den letzten Festivaltag. Die einen räumen unzählige Dosen vom Vorabend bei harten Beats auf, die anderen kümmern sich um ihre Körperhygiene.

    Karin Mitschang
  • Los geht's am letzten Tag des Obstwiesenfestivals umsonst und draußen bei Dornstadt. Die Laune ist schon morgens bestens, es gibt sauren Käs, Blasmusik und Weißwurstfrühstück im Biergarten.

    Los geht's am letzten Tag des Obstwiesenfestivals umsonst und draußen bei Dornstadt. Die Laune ist schon morgens bestens, es gibt sauren Käs, Blasmusik und Weißwurstfrühstück im Biergarten.

    Karin Mitschang
  • Yoga im Festzelt.

    Yoga im Festzelt.

    Karin Mitschang
  • Entspannung am Mittag.

    Entspannung am Mittag.

    Karin Mitschang
  • Manuel Schlecker ist mit Jari und Erik fürs Kinderprogramm gekommen. Die Dornstadter hatten es nicht weit. Dank Eis gab es keinerlei Gequengel.

    Manuel Schlecker ist mit Jari und Erik fürs Kinderprogramm gekommen. Die Dornstadter hatten es nicht weit. Dank Eis gab es keinerlei Gequengel.

    Karin Mitschang
  • Wettertechnisch kein Vergleich zu Freitag. Am Samstag strahlt die Sonne und es ist angenehm warm.

    Wettertechnisch kein Vergleich zu Freitag. Am Samstag strahlt die Sonne und es ist angenehm warm.

    Amelie Schröer
  • Wettertechnisch kein Vergleich zu Freitag. Am Samstag strahlt die Sonne und es ist angenehm warm.

    Wettertechnisch kein Vergleich zu Freitag. Am Samstag strahlt die Sonne und es ist angenehm warm.

    Amelie Schröer
  • Caro (links) kommt aus Neu Ulm und ist schon öfter beim OWFgewesen. Dieses Mal hat sie ihre Freundin Rebecca aus Stuttgart mitgenommen. Für diese ist es Premiere. Eine bestimmte Band haben sie sich nicht ausgeguckt, „aber das Programm habe ich mir vorher natürlich schon angeguckt“, sagt Rebecca.

    Caro (links) kommt aus Neu Ulm und ist schon öfter beim OWFgewesen. Dieses Mal hat sie ihre Freundin Rebecca aus Stuttgart mitgenommen. Für diese ist es Premiere. Eine bestimmte Band haben sie sich nicht ausgeguckt, „aber das Programm habe ich mir vorher natürlich schon angeguckt“, sagt Rebecca.

    Amelie Schröer
  • Carsten (links) und Tobias sind spontan vorbeigekommen. Tobias kommt aus Nürnberg und ist zu Besuch bei Carsten, der in Blaubeuren wohnt. „Uns gefällt’s richtig gut hier“, berichtet Tobias. Vor allem, dass das Festival umsonst ist: „In den heutigen Zeiten ist das schon ein Thema“, sagt er.

    Carsten (links) und Tobias sind spontan vorbeigekommen. Tobias kommt aus Nürnberg und ist zu Besuch bei Carsten, der in Blaubeuren wohnt. „Uns gefällt’s richtig gut hier“, berichtet Tobias. Vor allem, dass das Festival umsonst ist: „In den heutigen Zeiten ist das schon ein Thema“, sagt er.

    Amelie Schröer
  • Kleiner Besuch im Merch-Zelt. Hier ist laufend Betrieb. Neben OWF-Merch gibt’s auch Shirts, Platten und CDs von Bands - zum Beispiel von Itchy.

    Kleiner Besuch im Merch-Zelt. Hier ist laufend Betrieb. Neben OWF-Merch gibt’s auch Shirts, Platten und CDs von Bands - zum Beispiel von Itchy.

    Amelie Schröer
  • Original OWF-Socken.

    Original OWF-Socken.

    Amelie Schröer
  • Besonders beliebt bei den Leuten: Bauchtaschen - recycelt aus alter Bühnenplane. Aber auch Festivalbändchen und Socken gehen gut weg. Zu kaufen gibt’s das alles übrigens nur beim Festival selbst. Manches wird dann im nächsten Jahr wieder rausgekramt.

    Besonders beliebt bei den Leuten: Bauchtaschen - recycelt aus alter Bühnenplane. Aber auch Festivalbändchen und Socken gehen gut weg. Zu kaufen gibt’s das alles übrigens nur beim Festival selbst. Manches wird dann im nächsten Jahr wieder rausgekramt.

    Amelie Schröer
  • Lukas, Fabian und Florent sind aus Stuttgart angereist. Florent ist zum siebten Mal auf der Obstwiese. „Ich freue mich immer noch, wie beim ersten Mal!“, sagt er. Fabian ist zum fünften Mal da. „Bei mir ist es das erste Mal“, sagt Lukas.

    Lukas, Fabian und Florent sind aus Stuttgart angereist. Florent ist zum siebten Mal auf der Obstwiese. „Ich freue mich immer noch, wie beim ersten Mal!“, sagt er. Fabian ist zum fünften Mal da. „Bei mir ist es das erste Mal“, sagt Lukas.

    Salome Hanselmann
  • Päde aus Ravensburg kann Mineralwasser zu Wein verwandeln, sagt er. Doch seine Kumpels haben ihn nicht nur deshalb mitgenommen. Sein bester Freund feiert auf dem OWF Junggesellenabschied. Die Jungs wollen gleich bei Itchy steil gehen.

    Päde aus Ravensburg kann Mineralwasser zu Wein verwandeln, sagt er. Doch seine Kumpels haben ihn nicht nur deshalb mitgenommen. Sein bester Freund feiert auf dem OWF Junggesellenabschied. Die Jungs wollen gleich bei Itchy steil gehen.

    Michael Scheifele
  • Annika (in der Mitte) feiert heute ihren JGA. Gestartet hat die Gruppe aus Giengen an der Brenz heute Morgen mit einer Wanderung auf dem Bierwanderweg in Ehingen. Jetzt machen sie sich für Itchy bereit: „Wegen denen sind wir hier“, sagen sie.

    Annika (in der Mitte) feiert heute ihren JGA. Gestartet hat die Gruppe aus Giengen an der Brenz heute Morgen mit einer Wanderung auf dem Bierwanderweg in Ehingen. Jetzt machen sie sich für Itchy bereit: „Wegen denen sind wir hier“, sagen sie.

    Amelie Schröer
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Ob jetzt alle auf die Kunst aus sind, sei mal dahingestellt, man darf schon auch nur der Gaudi wegen kommen, aber der OWF-Samstag löst das ein, worauf Fans und Veranstalterteam gehofft hatten: Er ist das große Fest, das alle am Lerchenberg zusammenbringt. Das hat mit dem Wetter zu tun, endlich Sonne, endlich keine Regenwolken mehr. Und Maxïmo Park haben daran auch ihren Anteil: Die Band aus dem nordenglischen Newcastle, eine der Bands der britischen Indie-Rock-Welle der Nuller-Jahre,  wäre vor 20 Jahren eine Sensation in Dornstadt gewesen.

Ein bisschen mehr Lautstärke

2026 sind sie noch immer ein Ereignis, weil die Indie-Generation von damals sich gerne erinnert, weil die Gruppe nichts von ihrer Schärfe verloren hat. Und Hits wie „Apply Some Pressure“ oder „Books From Boxes“ noch immer erstaunlich frisch klingen. Zumindest wenn man nah an der Bühne steht, ein bisschen mehr Lautstärke hätte der Show nicht geschadet.

Die krachende Gitarrenmusik, bei manchen OWF-Ausgaben vergangener Jahre eher das Programm fürs reifende Publikum, scheint gerade ein kleines Revival zu erleben – weiblicher, queerer, weniger weiß. Die Australierinnen von Teen Jesus & The Jean Teasers, die am frühen Abend ihren punkigen Riot-Grrrl-Rock auf der Hauptbühne präsentieren, sind angesichts der da schon guten Kulisse bereits fröhlich aufgedreht und hätten das europäische Publikum auch ohne ihr Cover von „All The Things She Said“ von t.A.T.u. gewonnen.

Und im Zelt machen beispielsweise Punchbag aus London Eindruck, die Indie mit dem Power-Elektropop von Charli XCX auftunen.

Indie trifft Elektropop: Punchbag im Zelt.

Indie trifft Elektropop: Punchbag im Zelt.

Armin Buhl

Auch eine Feststellung: Schnell, laut und geradeaus funktioniert am besten. Da fühlen sich die Iren von Somebody's Child mit ihrem melancholischen Rock, der nach The National, The Cure und sogar dem „Boss“ Bruce Springsteen klingt, schon wie eine Zwischenlandung auf der großen Bühne an.

Itchy aus Eislingen/Fils treffen mit ihrem Pop-Punk eher den Nerv des OWF-Publikums. Schon ein kleiner Triumph, wie die Lokalhelden – die zuletzt vor 22 Jahren auf dem Festival spielten, damals noch als Itchy Poopzkid – den halben Lerchenberg zum Pogen bringen („Dornstadt, alle in Bewegung!“), wie Sibbi Hafner sich spielend auf dem Gitarrenkoffer tragen lässt, das ist großer Rock'n'Roll-Sport, für ihn und die Träger.

Großer Rock'n'Roll-Sport: Sibbi Hafner von Itchy.

Großer Rock'n'Roll-Sport: Sibbi Hafner von Itchy.

Armin Buhl

Und als das Publikum zum neuen Song „Oh Boy“ die Feuerzeuge und Handys für den 2022 verstorbenen Band-Freund Tobias „Bobbes“ Schmid zum Himmel leuchten lässt, schenken Itchy dem OWF 2026 auch noch den emotionalsten Moment. Klar, es geht um Musik, um Spaß, aber vor allem um Freundschaft.