Musical mit Ulmer Sängerin: Siyou wieder in „Sister Act“ – diesmal in Kufstein

Ein Triumph: Siyou Isabelle Ngnoubamdjum (Mitte) als Deloris van Cartier in „Sister Act“ auf der Ulmer Wilhelmsburg.
Jochen KlenkSchon ein Wunder, wie schnell aus einer Gospel-Sängerin und Chorleiterin ein Musical-Star wird. „Ich komme zu manchen Dingen wie die Jungfrau zum Kind", sagt Siyou Isabelle Ngnoubamdjum. Schöner Vergleich in diesem Zusammenhang, schließlich geht es um das Musical „Sister Act“, das von einer Nachtclubsängerin handelt, die es in ein Nonnenkloster verschlägt. In 13 Vorstellungen gab die Ulmer Gospel-Queen, die man eher als eine Hälfte des Duos Siyou’n’Hell mit Hellmut Hattler und als Chorleiterin kennt, im Sommer 2023 auf der Ulmer Wilhelmsburg eben jene Deloris van Cartier, die Produktion war ihre erste berufliche Berührung mit dem Genre Musical überhaupt. „Großartig!“, schrieb die SÜDWEST PRESSE damals über ihre Leistung, das Publikum war hingerissen.
Im Sommer 2024 ist Siyou nun wieder in der Hauptrolle von „Sister Act“ zu erleben, aber nicht in Ulm, dort wird erst wieder 2025 Freilichttheater gespielt, sondern beim Musicalsommer auf der Festung im Tiroler Grenzstädtchen Kufstein. „Ich habe mir gedacht, jetzt habe ich das einmal hinbekommen, dann schaffe ich das auch noch einmal“, sagt Siyou und lacht. Und wie damals in Ulm, wo Regisseur Benjamin Künzel vom Theater Ulm sie fragte, war es auch in Kufstein. Jemand von den Verantwortlichen hat sie in Ulm gesehen, sie wurde zu einem Gespräch eingeladen – und wenige Tage später hatte sie den nächsten Deloris-Auftrag. „Das war eine ganz schnelle Kiste.“
Trotz der auf der Wilhelmsburg gesammelten Erfahrungen: Leichter sei es nicht geworden, gibt Siyou zu, die Inszenierung sei ganz anders. „Es ist wieder ein hartes Training.“ Regisseur Michael Lerchenberg (als früherer Benediktinerschüler und Fastenprediger auf dem Nockherberg ziemlich tief drin im Klosterstoff) arbeite detailgenau, „er nimmt einen an die Hand, zumindest in meinem Fall“. Das ganze Ensemble bestehe aus gecasteten Profis – und es gebe sehr viel Choreografie.
Schon seit einigen Wochen werde im Canisianum in Innsbruck geprobt, Ensemble und Team wohnten auch in dem sonst als Studentenwohnheim genutzten Komplex. Am 18. Juli gehe es dann für die Endproben auf die Kufsteiner Josefsburg. Siyou ist gespannt: „Ich war noch nie dort, es soll wunderbar sein.“
Premiere ist am Freitag, 26. Juli, neun weitere Termine sind bis 11. August geplant. Siyou freut sich darauf, gemeinsam mit dem restlichen Ensemble dem Publikum eine gute Zeit zu bescheren, das sei derzeit wichtig wie selten. Und mit der Erfahrung eines Musicalsommers im Rücken blickt sie hochmotiviert auf ihr Gastspiel in Österreich: „Ich hoffe, dass ich auch diese Burg für mich einnehmen kann.“

