Museum Brot und Kunst Ulm: Von Schwärmen schwärmen – Ausstellungen und Termine 2026

Mensch, Tier und Pflanze im Museum Brot und Kunst: Das Post Theater aus Berlin zeigt die Performance „Zeitreise: 6000 Jahre Breaking Bread“ (links), Bärbel Rothhaar (hier ihr Werk „Aphrodite“) ist in der Bienen-Ausstellung vertreten.
Post Theater/Bärbel Rothhaar- Ulm: Museum Brot und Kunst setzt weiter auf Nachhaltigkeit im Betrieb.
- Sonderausstellung „Honig für Kunst und Gesellschaft“: 30.4.–20.9.2026.
- Werke u. a. von Joseph Beuys und Bärbel Rothhaar zu Bienen, Honig und Wachs.
- „Das gefräßige Auge“ zu Vera Mercer: 9.10.2026–28.2.2027, Begleitprogramm geplant.
- Post Theater: „Zeitreise: 6000 Jahre Breaking Bread“ am 17.–18. April im Salzstadel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Politisch verschwinde das Thema Nachhaltigkeit derzeit aus dem Blickfeld, beklagt Isabel Greschat. „Aber für uns bleibt es wichtig, weil es in unserem Museum um Lebensmittel geht und um die Ressourcen, die für den Anbau von Lebensmitteln benötigt werden.“ Der Pressemappe mit dem neuen Programm hat das Museum Brot und Kunst in Ulm seine „Selbstverpflichtung Nachhaltigkeit“ beigelegt. Unnötige Kunsttransporte vermeiden, Bahn statt Flugzeug, kein Fleisch auf den eigenen Veranstaltungen: Es gibt viele Möglichkeiten, etwas für den Planeten zu tun. „Am besten wäre es natürlich, wenn es uns gar nicht geben würde“, sagt Museumsdirektorin Greschat mit einem Augenzwinkern.
Aber erstens träfe dies – ökologisch betrachtet – auf die gesamte Menschheit zu. Und zweitens tut ihr Haus ja einiges, um Mitmenschen die Augen zu öffnen. Zum Beispiel mit der ersten Sonderausstellung 2026: „Honig für Kunst und Gesellschaft. Wie Bienen uns inspirieren“ (30. April bis 20. September). Das summende Insekt ist ein Sympathieträger und doch bedroht, zumindest in seinen wilden Formen. Und es tauge in mancherlei Hinsicht als Vorbild für gesellschaftliches Handeln, findet Greschat.
Kunst von Beuys und Zeitgenossen
Ja, es lässt sich über die Schwärme schwärmen – doch in der Ausstellung gibt es neben Informationen vor allem Kunst: Leihgaben aus einer privaten Kunstsammlung, in der Werke des Honig- und Wachs-Liebhabers Joseph Beuys und einiger Zeitgenossen versammelt sind, dazu aktuelle Positionen, etwa von Bärbel Rothhaar, die sich von den Bienen bei ihren Objekten helfen lässt.
Ab Herbst gibt „Das gefräßige Auge“ (9. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027) einen Einblick in die fotografische Welt von Vera Mercer. Die Deutsche, die in den USA und Paris lebt und arbeitet, wurde durch ihre perfekt komponierten Stillleben berühmt, die die Fülle und Vergänglichkeit des Seins ins Bild bannen, aber doch Widersprüche enthalten. Weniger bekannt sind ihre Fotos von Menschen im Café oder die jüngeren Stillleben-Porträts. Zu der Schau ist ein kreatives und kulinarisches Begleitprogramm geplant: Mercer, die dieses Jahr ihren 90. Geburtstag feiert, ist Mitbetreiberin mehrerer Restaurants.
Nachhaltig in Erinnerung
Nur zwei neue Ausstellungen pro Jahr: Das schont Klima und Museumsbudget. Aber es gibt ja Programm drumherum: Am 17. und 18. April gastiert das Post Theater aus Berlin mit „Zeitreise: 6000 Jahre Breaking Bread“ im Salzstadel. Anlass für die Performance ist der 100. Geburtstag des Museumsmitbegründers Hermann Eiselen (1926-2009).
Das „normale“ Museumspublikum kann sich auf ein neues Angebot freuen: Voraussichtlich ab März liegt an verschiedenen Stellen der Dauerausstellung ein Kartenspiel aus, das einen spielerischen Zugang zu den Exponaten ermöglicht. Damit der Besuch in Erinnerung bleibt, nachhaltig.
Bis 12. April 2026 läuft im Museum Brot und Kunst die Ausstellung „Winzige Giganten. Die Macht der Mikroorganismen“. Geöffnet Mo 10-15, Di-So 10-17, Do 10-19 Uhr.

