Wolfgang Schorlau liest in Ulm
: Ist die Politsatire von seiner Frau, der Ministerin, inspiriert?

„Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter“ heißt das neue Buch des Stuttgarter Autors, dessen Dengler-Krimis Bestseller sind. Er stellte es im Kunstverein vor.
Von
Helmut Pusch
Ulm
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Wolfgang Schorlau

Der Schriftsteller Wolfgang Schorlau.

Reiner Pfisterer
  • Wolfgang Schorlau stellte im Schuhhaussaal eine politische Satire vor.
  • Sein Held diesmal: Minister Karsten Richter, Ex-Manager eines Gaskonzerns.
  • Die Mutter plant eine Pressekonferenz „Mein Sohn Karsten Richter, die Ökosau“.
  • Sie wird entführt und die Kidnapper fordern eine Million Euro Lösegeld.
  • Schorlau spielt auf Initialen an – „Katharina Reiche, Karsten Richter“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wolfgang Schorlau ist einer der renommiertesten deutschen Krimi-Autoren. In mittlerweile zwölf Romanen deckt sein Privatdetektiv Georg Dengler, ein ehemaliger Zielfahnder des Bundeskriminalamtes, die Machenschaften etwa der Pharma-Industrie, der Stromlobby, oder der Fleischindustrie auf. Frei nach Schorlaus Motto „finden und erfinden“ sind diese Dengler-Romane, von denen mittlerweile sechs vom ZDF verfilmt wurden, bestens recherchiert. Und weil als Fiktion stringent erzählt, sind sie wohl die gesellschaftspolitisch brisantesten Spannungsromane deutscher Sprache. Und jetzt legt dieser Wolfgang Schorlau mit „Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter“ eine politische Satire vor, die er jetzt auf Einladung der Bücherstube Jastram im Schuhhaussaal des Kunstvereins vorstellte.

Ist die Geschichte wirklich undenkbar?

Schorlau schildert darin den Fall, dass in Deutschland ein führender Manager eines deutschen Gaskonzerns Bundesminister für Wirtschaft und Energie wird. „Das ist doch wirklich undenkbar, also eine Satire oder nicht?“, meinte der Autor schmunzelnd bei seiner Lesung. Richters Problem: Seine Mutter hat einen Tag, bevor ihr Sohn vereidigt werden soll, zu einer Pressekonferenz geladen. Das Thema: „Mein Sohn Karsten Richter, die Ökosau.“ Denn die aufrechte Umweltschützerin hält nichts davon, dass ein Gaslobbyist, der sich das Ende der ökologischen Wende auf die Fahnen geschrieben hat, die Pläne der Energiekonzerne durchziehen kann. Richters Glück: Seine Mutter wird entführt, ihre Kidnapper fordern eine Million Euro Lösegeld. Und Richter setzt nun alles daran, dass seine Mutter nicht vor der Vereidigung freigelassen wird.

Auf die Frage, wie sehr sich Schorlau von der aktuellen Wirtschaftsministerin Katharina Reiche inspirieren ließ, die vor ihrer Vereidigung den Energieriesen Westenergie geleitet hatte, meinte der Autor nur augenzwinkernd: „Schauen Sie sich mal die Initialen an - Katharine Reiche, Karsten Richter.“

Inwieweit habe ihn seine Frau, die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Petra Olschowski, zu den Vorgängen in einem Ministerium beraten? „Ja meine Frau ist Ministerin, aber sie hat da nichts beigetragen.“ Einen Wink zur real existierenden Politik wollte sich Schorlau aber nicht verkneifen: „Ich weiß, das es im Wirtschaftsministerium viele Mitarbeiter gibt, die mein Buch gut finden.“