Kunst in Neu-Ulm
: Neue Kuratorin soll die Putte wieder mit Leben füllen

Die Karlsruherin Maria Pfrommer übernimmt im Januar 2026 die Leitung des zuletzt verwaisten Projektraums. Für den Start hat die 27-Jährige bereits Pläne.
Von
Marcus Golling
Neu-Ulm
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Vorstellung neue künstlerische Leitung der Neu-Ulmer PUTTE

Die neue Kuratorin Maria Pfrommer mit dem Neu-Ulmer Kulturdezernenten Ralph Seiffert.

Volkmar Könneke
  • Maria Pfrommer wird ab Januar 2026 neue Kuratorin des Projektraums Putte in Neu-Ulm.
  • Die 27-Jährige plant vier bis fünf Ausstellungen pro Jahr, erste Ausstellung startet im Februar/März 2026.
  • Themen wie Kunst in Zeiten der Klimakrise und Lebensmittel-Kunst stehen im Fokus.
  • Ein interaktiver Ansatz soll die Putte stärker in den öffentlichen Raum einbinden.
  • Ziel ist freier Diskurs über Kunst, unterstützt durch kreative und kontroverse Projekte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zettel mit den Ausrufezeichen in den Schaufenstern der Putte sind als Signal gemeint. „Wir sind wieder da!“, sagt der Neu-Ulmer Kulturdezernent Ralph Seiffert. Seit Jahresanfang war der kommunal finanzierte Kunst-Projektraum verwaist, der Trägerverein aus personellen Gründen nicht mehr entscheidungsfähig. Die Stadt übernahm – und hat nun eine neue Leitung gefunden: Die Karlsruherin Maria Pfrommer soll ab Januar als Kuratorin Leben in den Offspace an der Brückenstraße bringen.

Die 27-Jährige freut sich auf die Aufgabe: „Man hat einen Raum, ist aber sehr frei.“ Sprich: In der Putte kann sie vieles ausprobieren. Das ist auch die Idee des 2017 eröffneten Labors für junge Kunst. Die im Schwarzwald aufgewachsene Pfrommer, die Freie Kunst und Kunstgeschichte studiert hat und demnächst ihren Master in Kulturvermittlung macht, hatte sich laut Seiffert gegen 28 weitere Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt.

Vertrag läuft zwei Jahre

Wie Pfrommer erklärt, sei es ihr wichtig, schon bei der Ausstellungskonzeption die Menschen drumherum mitzudenken. So hatte sich die Stadt das in der Ausschreibung gewünscht: Die Putte soll in den öffentlichen Raum hinaus wirken. Zwei Jahre lang läuft der Vertrag mit der Kuratorin, vier bis fünf Ausstellungen pro Jahr sind geplant.

Im Februar oder März 2026 will sie mit der ersten starten: „No flood protection for the Putte“ (keine Hochwasserschutz für die Putte). Es geht laut Pfrommer um die Zukunft der Kunst in einer von der Klimakatastrophe veränderten Welt. Die Künstlersuche hat gerade erst begonnen, aber Pfrommer verrät bereits, dass es ein flaches Bassin im Raum und Aquarien als Satelliten an verschiedenen Orten der Stadt geben soll. Ebenfalls angedacht: eine Schau mit Lebensmittel-Kunst – inklusive Würstchenstand vor der Tür.

Ist das noch Kunst? Pfrommer will auch solche Fragen mit dem Publikum diskutieren. Laut Kulturdezernent Seiffert ist die Putte genau dafür da. „Ich kann das feiern oder ich kann das völlig ablehnen“, sagt er, es gehe um den freien Diskurs – und der sei entscheidend für die Demokratie.