Künstlerin und Galeristin: Trauer um „Menschen-Mensch“ Dorothea Schrade

Dorothea Schrade beim Malen in ihrem Strohballenatelier.
Martina Strilic- Künstlerin und Galeristin Dorothea Schrade stirbt mit 82 Jahren an einer schweren Erkrankung.
- Sie prägte die Kultur in Oberschwaben und Ulm; baute Kurse, Galerien und Förderprojekte auf.
- Ihr „Strohballenatelier“ wurde 2022 mit der Hugo-Häring-Auszeichnung prämiert.
- 2024 erhielt sie die Staufermedaille für ihr kulturelles Engagement.
- Nach einem Brand 2021 widmete sie sich verstärkt ihrer eigenen Kunst, besonders Naturdarstellungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie war Künstlerin, Galeristin, Kursleiterin und zuletzt auch noch Autorin. Dorothea Schrade hat auf vielfältige Weise das kulturelle Leben in Oberschwaben und im Raum Ulm mitgeprägt. Wie ihr Sohn Tobias Schrade der SÜDWEST PRESSE mitteilte, ist sie am 14. September 2025 an den Folgen einer schweren Erkrankung gestorben. Sie wurde 82 Jahre alt.
Geboren 1943 als Dorothea Wenzel, kam sie auf dem Hofgut Missen bei Reutlingen mit Kunst in Kontakt. Nach einer Ausbildung zur Werklehrerin etablierte sie dort die „Missener Werkkurse“ für kreative Laien. Nach der Heirat mit dem Galeristen Ewald Karl Schrade eröffnete sie 1973 die Schloßhofgalerie in Kißlegg (Kreis Ravensburg), wo neben Ausstellungen weiterhin Kurse stattfanden.
Von Mochental nach Illereichen
1985 zogen Familie, Galerie- und Kursbetrieb auf Schloss Mochental bei Ehingen (Alb-Donau-Kreis). Ab 1992 baute sie in Uigendorf „Museum und Galerie am Bussen“ zur Förderung von Künstlerinnen auf. Die Idee verfolgte sie, mittlerweile von ihrem Mann getrennt, ab 1999 im „Frauenforum für Kunst und Kultur“ in Illereichen (Kreis Neu-Ulm) weiter.
2005 erwarb sie das alte Pfarrhaus in Diepoldshofen bei Leutkirch. Als 2021 bei einem Brand fast ihr gesamtes Oeuvre vernichtet wurde, konzentrierte sie sich auf ihre eigene Kunst. Ihre Bilder, vor allem Naturdarstellungen, entstanden ab 2022 in einem vom Ulmer Büro Hochstrasser entworfenen „Strohballenatelier“, das mit der Hugo-Häring-Auszeichnung prämiert wurde. 2024 erhielt Schrade für ihre Verdienste die Staufermedaille des Landes.
„Sie war eine Allrounderin“, sagt ihr Sohn Tobias Schrade, der als Galerist in Ulm auch immer wieder Werke seiner Mutter ausstellte. Sie sei ein „Menschen-Mensch“ gewesen, der anderen wahnsinnig viel gegeben habe. „Das gibt auch uns eine tierische Kraft.“

