Hochschule für Gestaltung: Ulmerin arbeitet an einem Roman über die HfG Ulm

Christiane Wachsmann im HfG-Archiv: Jetzt schreibt die frühere Kuratorin einen Roman über die Hochschule für Gestaltung.
Matthias Kessler- Ulmerin Christiane Wachsmann arbeitet an einem Roman über die HfG Ulm.
- Sie erhielt ein Stipendium über 1000 Euro, zusätzlich sind bis zu vier Lesungen geplant.
- Das Buch soll 2028 bei Danube Books erscheinen – der Schreibprozess hat gerade begonnen.
- Schauplatz ist 1968: Die HfG steht vor dem Aus, politische Unruhen prägen die Zeit.
- Inspiration liefert die Lage am Oberen Kuhberg mit Fort, Kleingärten und NS-Vergangenheit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zu sagen, dass sich Christiane Wachsmann gut mit der Ulmer Hochschule für Gestaltung auskennt, wäre eine maßlose Untertreibung. Die studierte Designerin und Innenarchitektin hat 1989 das HfG-Archiv aufgebaut, nach einer Familienpause war sie ab 2008 wieder dort tätig, sichtete Nachlässe, konzipierte Ausstellungen – und schrieb sogar ein Sachbuch über ihre Geschichte: „Vom Bauhaus beflügelt: Menschen und Ideen an der Hochschule für Gestaltung Ulm“. Im Februar 2026 verabschiedete sich die 1960 geborene Wachsmann in den Ruhestand, doch von der HfG kann sie nicht lassen: Aktuell arbeitet sie an einem Roman über die einflussreiche Design-Hochschule.
Wie nun bekannt wurde, hat die Ulmerin, die seit vielen Jahren nebenberuflich als Schriftstellerin aktiv ist, dafür ein Stipendium des Förderkreises der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg über 1000 Euro erhalten. „Das hat mich wahnsinnig gefreut“, sagt Wachsmann. Nach der Veröffentlichung gibt es zusätzlich eine Förderung von bis zu vier Lesungen. Noch aber steht Wachsmann am Anfang des Schreibprozesses, aber sie hat bereits einen Verlag: Das Buch soll 2028 bei Danube Books erscheinen.
Besondere Konstellation am Kuhberg
Die Idee für den noch unbetitelten HfG-Roman entstand der Autorin zufolge kurz vor ihrem Abschied aus dem HfG-Archiv. „Davor wäre das mit meinem Beruf kollidiert“, findet Wachsmann. Viel Hintergrundrecherche werde wohl nicht nötig sein, sagt sie, aber kürzlich habe sie erstmals an einer Führung durch das neben dem HfG-Gebäude gelegene Fort teilgenommen. Die besondere Konstellation am Oberen Kuhberg mit der HfG, dem in der NS-Zeit als Konzentrationslager genutzten Festungsbau und den Kleingärten, sei eine wichtige Inspiration für die Geschichte.
Die spielt laut Wachsmann im Umbruchsjahr 1968: Die HfG, bedroht von der Pleite, zerrieben in den politischen Unruhen dieser Jahre, steht vor dem Aus. Studentin Franziska und ihre Freunde sind unterdessen von einer eigenwilligen Frau fasziniert. Nina wohnt in einem der Kleingärten, trägt bunte Gewänder und eine hexenhafte Haarpracht, lebt sexuell freizügig und experimentiert mit Drogen. Doch hinter der vordergründigen Freiheit steht eine Verletzung, die zurückreicht ins Jahr 1942, als die letzten Juden aus Ulm deportiert wurden.

