Gegen Rechts: Theaterschaffende in Ulm unterzeichnen offenen Brief

Ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und gegen rechte Ideologien wollen jetzt am Freitag, 21. Februar, auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters Ulm setzen.
Federico Gambarini/dpa- Theater Ulm gegen rechte Ideologien: Kundgebung am 21. Februar 2025.
- 137 Mitarbeiter unterzeichnen Offenen Brief für Demokratie.
- Künstlerische Beiträge setzen Zeichen gegen Ausgrenzung.
- Aufruf zur Teilnahme an Wahlen und gegen einfache Lösungen.
- Forderung nach Gleichberechtigung und Ablehnung von Hass und Gewalt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Gegen demokratiefeindliche Strömungen und für eine offene Gesellschaft“: Das Theater Ulm beteiligt sich am Freitag, 21. Februar 2025, an der bundesweiten Aktion „Kunstschaffende gegen Rechts“. Es findet um 16 Uhr eine öffentliche Kundgebung auf dem Platz vor dem Theater statt, begleitet von künstlerischen Beiträgen. Musik, szenische Lesungen und Performances sollen „ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung“.
Derweil haben 137 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen von dem Sänger und Ensemblemitglied Markus Francke verfassten offenen Brief unterzeichnet. Sie wenden sich, „mit aller Dringlichkeit“, an ihr Publikum:
„Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen, politisch turbulente Wochen liegen hinter uns und – so steht es zu befürchten – auch vor uns. Selten schien unsere Demokratie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges so in Gefahr. Wir sind zutiefst überzeugt, dass wir nur gemeinsam und nicht durch Ausgrenzung eine Chance haben. Lassen Sie uns weiter streiten, gemeinsam um Lösungen ringen, Kompromisse eingehen und vor allem: lassen Sie uns empathisch bleiben. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass die großen Probleme, mit denen wir alle uns konfrontiert sehen, nur mit Offenheit, in einem Miteinander und eben nicht in einem Gegeneinander gelöst werden können. Lassen Sie uns wählen gehen! Nutzen wir die Möglichkeit der Teilhabe, die unsere Demokratie bietet. Lassen Sie uns weise wählen. Geben wir unsere Stimmen den Parteien, die wollen, dass wir gemeinsam weiter in einer freien, offenen und wehrhaften Demokratie leben können, trotz oft sehr unterschiedlicher Meinungen und Positionen."
Die ganze Welt geht uns was an
Weiter heißt es in dem offenen Brief: „Wehren wir uns gemeinsam dagegen, die Angst überhandnehmen zu lassen. Bleiben wir wachsam und misstrauisch denen gegenüber, die Ängste und Hass schüren. Jeder, der behauptet, es gäbe einfache Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit, sagt wissentlich oder unwissentlich die Unwahrheit. Jeder, der behauptet, die Probleme Europas oder die der Welt gingen uns nichts an, wir müssten nur eine Mauer um uns herum bauen, sagt wissentlich oder unwissentlich die Unwahrheit. Wir stehen für Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, ihrer Geschlechtsidentität, ihrer sexuellen Orientierung, ihrem Alter, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihren physischen oder psychischen Merkmalen und Fähigkeiten. Wir wünschen Ihnen und uns, dass wir, trotz aller Ungewissheit darüber, was die Zukunft bringt, bei aller Erschütterung und Sorge, nicht vergessen, dass Hass und Gewalt nicht die Lösung, sondern das Problem sind.“
