Früher am Theater Ulm
: Franziska Maria Pößl und die verhinderten WM-Helden

Die Schauspielerin drehte mit den Fußball-Nationalspielern humorvolle Clips für eine Adidas-Kampagne. Besonders „goldig“ war einer, der das Turnier verpasste.
Von
Marcus Golling
München/Ulm
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Franziska Maria Pößl war zwei Jahre lang am Theater Ulm

Franziska Maria Pößl war zwei Jahre lang am Theater Ulm.

Stella Traub
  • Schauspielerin Franziska Maria Pößl drehte Adidas-Clips im Stil von „Grand Budapest Hotel“.
  • Sie spielte eine Concierge und traf u. a. Nick Woltemade, Leon Goretzka und Serge Gnabry.
  • Gedreht wurde im März – Gnabry verpasste die WM später verletzt, was die Clips absurd wirken lässt.
  • Pößl war 2017 bis 2019 am Theater Ulm und arbeitet nun frei in München, auch für TV und Werbung.
  • Demnächst ist sie in zwei Folgen einer ARD-Vorabendserie als Antagonistin zu sehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch Franziska Pößl hat nachts vor dem Fernseher gelitten, zusammen mit Millionen anderen, die es beim unseligen WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay mit der DFB-Elf hielten. Dabei hatte sie den Spielern doch sogar persönlich gesagt, dass sie alle Spiele gewinnen sollten, zumindest Nick Woltemade und Leon Goretzka. „Aber die machen ja nicht, was man ihnen sagt“, schimpft Pößl und lacht. Die beiden Nationalspieler hatten gefragt, wie man am besten nach New Jersey kommen – dort steht auch das Stadion für das WM-Finale.

War ja nur Spaß: Die 35-jährige Schauspielerin, von 2017 bis 2019 am Theater Ulm, hat in einigen Clips mitgespielt, die Adidas für seine Social-Media-Kampagne zur WM gedreht hat: als Concierge in einem Setting, das an Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ erinnert. „Ich hatte total Lust darauf, weil ich den Humor mochte“, erzählt Pößl.

„Und dann hat er immer so ernst geschaut“

Mit dem deutschen Ausscheiden wirkt die ganze Kampagne ein bisschen absurd. Oder besser: noch absurder. Denn in den Clips ist auch Serge Gnabry dabei – der wegen einer Verletzung gar nicht zum Turnier reisen konnte. Gedreht worden war aber schon im März – da war der FC-Bayern-Spieler noch fit. Gnabry wird beim Griff nach einem Apfel von der Concierge trocken auf die Frühstückszeiten hingewiesen. Er sei „goldig“ gewesen, erinnert sich Pößl, er habe gefragt, wie es die Schauspieler schaffen würden, bei den Aufnahmen nicht zu lachen. „Und dann hat er selbst immer ganz ernst geschaut.“

Seit ihrem Abschied aus Ulm arbeitet die gebürtige Nürnbergerin als freie Schauspielerin in München. Sie stand unter anderem für Fernsehproduktionen wie „Aktenzeichen XY.. ungelöst“ oder „1806 – Die Nürnbergsaga“ vor der Kamera, für Edeka-Werbespots hinter der Käsetheke und immer wieder auf der Theaterbühne. Unter anderem in 15 (!) Rollen in „Der Untertan“ am Teamtheater München; ein „janz famoser Teufelsbraten“ sei sie, lobte der „Münchner Merkur“.

Bald in einer Vorabendserie

Das Theater Ulm, wo sie unter anderem in „Die Krönung Richards III.“ und „Soul Kitchen“ spielte, hat Pößl übrigens noch in guter Erinnerung. Die Zeit dort sei zwar vom Pensum her „heftig“ gewesen – allein fünf Produktionen und drei Zusatzprojekte in ihrer ersten Spielzeit –, aber auch eine wichtige Erfahrung. „Ich habe in Ulm meinen Humor auf der Bühne wiederentdeckt.“

Beim Adidas-Dreh hat sie ihn gut einsetzen können. Aber Pößl kann auch anders: Demnächst wird sie in zwei Folgen einer ARD-Vorabendserie als Antagonistin zu sehen sein. „Da freue ich darauf, sonst werde ich ja immer für die sympathischen Rollen gecastet.“