Film von 1975: Regisseur Wim Wenders zieht „Falsche Bewegung“ vorerst zurück

Die Stimmung war schon einmal besser als heute: Wim Wenders und Nastassja Kinski im Jahr 2017.
TOBIAS SCHWARZ/AFP- Wenders zieht „Falsche Bewegung“ von 1975 vorerst zurück – wegen Kinski-Nacktszene mit 13.
- Seine Stiftung weist Streaming, TV und Vertrieb an, den Film nicht mehr zugänglich zu machen.
- Der Regisseur bittet Nastassja Kinski „ohne Wenn und Aber“ um Entschuldigung.
- Er kündigt breiten Austausch über strittige Filmwerke an, Freigabe erst nach Einigung mit Kinski.
- Kinskis Anwalt nennt den Schritt „längst überfällig“ und kritisiert den späten Kurswechsel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Regisseur Wim Wenders hat den wegen einer Nacktszene mit der damals erst 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski umstrittenen Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975 vorerst zurückgezogen. Wie die Wim-Wenders-Stiftung als Inhaberin des Films am Mittwoch in Düsseldorf erklärte, werden Streaming-, Fernseh- und Vertriebspartner angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Wenders bat Kinski außerdem „ohne Wenn und Aber“ um Entschuldigung.
Wenders stand wegen des Umgangs mit der Filmszene unter wachsender Kritik. Nastassja Kinski hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt, sie versuche seit Jahren, die Szene mit ihr mit nacktem Oberkörper entfernen zu lassen. Bei der Verleihung des Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises ging Wenders auf die Kritik ein, ohne aber Konsequenzen in Aussicht zu stellen.
„Positionen überdenken“
„Als einziger der damals für 'Falsche Bewegung' handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen“, erklärte der Erfolgsregisseur nun. Die vielen Reaktionen, Hinweise und Gespräche der vergangenen Tage hätten wesentlich dazu beigetragen, seinen Blick auf die damaligen Ereignisse weiter zu schärfen. „Dafür bin ich dankbar - nur ein offener und respektvoller Austausch führt dazu, Positionen zu überdenken und Verantwortungen neu wahrzunehmen.“
Wenders erklärte, er wolle nun einen breiten Austausch über den Umgang mit strittigen Filmwerken aus dem 20. Jahrhundert. „Erst danach, auch wenn es länger dauern sollte, und nachdem wir eine einvernehmliche Lösung, auch in Absprache mit Nastassja Kinski, haben vorlegen können, werden wir den Film wieder freigeben.“
Kinskis Anwalt Christian Schertz nannte die Entscheidung auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP „längst überfällig“. „Ich bedauere zudem, dass das erst in Folge des öffentlichen Drucks erfolgte, nachdem er in seiner Rede auf dem Deutschen Filmpreis zunächst versucht hat, die Verantwortung abzugeben, und das Ansinnen von Nastassja Kinski indirekt als Zensur bewertete, was wirklich infam war“, erklärte Schertz.
Er verwies zudem darauf, dass mehr als zehn Jahre lang alle Versuche Kinskis scheiterten, in der Sache angehört zu werden. Es müsse jetzt auch abgewartet werden, was das Gesprächsangebot von Wenders konkret beinhalte.

Wenn Wim Wenders seinen umstrittenen Film „Falsche Bewegung“ nun zurückzieht, ist das ein richtiger Schritt. Und doch nur ein Anfang.