Die Heiterkeit: „Schwarze Magie“ ist eine Nachricht aus der Finsternis

Eine dunkle Prinzessin: Stella Sommer ist die Frau hinter Die Heiterkeit.
Miguel Martín Betancor- Stella Sommer veröffentlicht ihr fünftes Album „Schwarze Magie“ mit Die Heiterkeit.
- Das Album ist geprägt von dunklem Folk und tiefen lyrischen Themen.
- Produziert wurde das Album von Moses Schneider.
- Sommer erinnert mit ihrer Musik an Hildegard Knef und Milva.
- „Schwarze Magie“ bietet eine Mischung aus tiefen Emotionen und feiner Ironie.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach allem, was man in den vergangenen 15 Jahren von Stella Sommer gehört hat, auf vier Platten mit ihrer Band Die Heiterkeit und drei englischsprachigen unter ihrem bürgerlichen Namen, kann man davon ausgehen: Es gefällt ihr auf der schattigen Seite des Daseins. Auf dem fantastischen neuen Heiterkeit-Album „Schwarze Magie“ (Buback/Indigo), wie schon der Vorgänger entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Edelproduzenten Moses Schneider, erreicht sie nun einen Punkt der tiefsten Schwärze: „Läute die Glocken, lass es geschehen, es gibt keine Rettung, ich hab keine gesehen.“
Wie ein gottverlassener Engel schwebt das lyrische Ich im Opener zwischen den Welten, und auch stilistisch öffnen sich schon zum Beginn des Albums neue Räume: Sommer, zuletzt mit dem Kollegen Drangsal als Die Mausis etwas launiger (und käsiger) unterwegs, singt mit tiefer Stimme zu langsamem, klanglich ebenso tiefergelegtem Folk. Auf „Schwarze Magie“ stellen nur noch wenige Songs wie „Wir erholten uns vom Fieber“ (mit überraschendem Nirvana-Zitat in der Bassline) zur Indie-Vergangenheit der de facto schon lange nur mehr aus Sommer bestehenden Band her.
Dylan und Nico als hörbare Vorbilder
Bereits mit Ende 30 ist Stella Sommer bei einer divenhaften Reife angekommen, die einen an Hildegard Knef oder Milva denken lässt. Und bei einer Musik, die außerhalb von allem steht, was in diesem Jahrtausend jemals tonangebend war. Mit ihrer „Schwarzen Magie“ channelt die gebürtige Norddeutsche die Musik von Vorbildern wie Dylan oder Nico Päffgen und überzieht sie mit einer tiefschwarzen Oberfläche: „Wo ich auch hinkomm', fürchtet man mich, als das dunkle Gewitter, das ich bin.“

Die Heiterkeit: „Schwarze Magie“ (Buback/Indigo)
BubackDer Name „Die Heiterkeit“ war zwar schon immer ein Witz, aber feine Ironie steckt doch in den Songs: In „Alles was ich je geträumt hab“ malt Sommer, angeregt von einem Elvis-Zitat, aus, was es bedeuten könnte, wenn wirklich alle Träume in Erfüllung gingen. Und ausgerechnet das Titelstück ist ein Country-Stomper mit läppischen Lyrics: „Schwarze Magie ist besser als ihr Ruf, wenn alles andere versagt, ist sie der beste Move.“
Doch am besten ist dieses außergewöhnlich dichte und detailreich instrumentierte Album dann, wenn es einen mit seiner Ernsthaftigkeit umschlingt wie eine Decke. Zu „Wenn etwas Schönes stirbt“ werden leicht die Augen feucht, „Im kalten Februar Regen“ schlägt einem auch zarte Hoffnung entgegen. Wenn die Magie versagt, hilft nur Zuversicht, auch wenn diese die Menschen ausklammert: „Auch das hier wird vorübergehen, auch das hier wird uns überstehen.“ Dunkle Musik ist der wirksamste Trost in einer Zeit, in der alles andere zu versagen scheint.
