Diademus-Festival 2026: „Israelsbrünnlein“ ist mehr als ein Quell des Wohlklangs

In Schießen erklangen Motetten aus Johann Hermann Scheins „Israelsbrünnlein“.
Marcus Golling- In Schießen erklangen Motetten aus Johann Hermann Scheins „Israelsbrünnlein“.
- Intendant Benno Schachtner betonte: „Die Musik ist der Diener des Wortes.“
- Ein Vokalquintett mit Orgel, Laute, Cello und Violine überzeugte mit Präzision.
- Kontraste prägten die Aufführung – von klagenden Chromatiken bis zum Tanz.
- Nächstes Konzert: Am Sonntag, 4. Oktober, 17 Uhr, Bachs h-Moll-Messe in Roggenburg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kein großes Oratorium, kein Georg Friedrich Händel, auch kein Johann Sebastian Bach, sondern dessen wohl berühmtester Vorgänger: Johann Hermann Schein (1586-1630), von 1616 bis zu seinem Tod Thomaskantor in Leipzig. Einer der großen Komponisten des Frühbarock, aber einer, der heute ein bisschen verbale Unterstützung braucht. Jedenfalls warb Benno Schachtner, der Intendant des Diademus-Festivals, vor der Aufführung von dessen Motettensammlung „Israelsbrünnlein“ in Schießen sehr für das Werk, für Scheins Adaption des damals neuen italienischen Stils, seine am Text orientierte Kompositionsweise: „Die Musik ist der Diener des Wortes.“
In der gut gefüllten Wallfahrtskirche war ein exzellentes Ensemble am Werk: ein Vokalquintett, in dem neben Countertenor Schachtner selbst Miriam Feuersinger, Catalina Bertucci (beide Sopran), Daniel Schreiber und Lisandro Abadie (Bass) sangen, begleitet von Michael Wersin an der Truhenorgel, Andrea Cordula Baur (Laute), Bettina Messerschmidt (Cello) und Shuko Sugama (Violine).
Fein dosierte Emotionalität
Die Sängerinnen und Sänger erwiesen sich als – musikalisch brillante Diener – des Wortes, akzentuiert und präzise in der Darbietung der alttestamentarischen, lutherisch-wuchtigen Sätze, aber auch mit dynamischer, fein dosierter Emotionalität. Aus dem „Israelsbrünnlein“ sprudelt nicht nur Harmonie, hier schillern auch die Kontraste. In „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten“ folgt etwa auf ein chromatisches Jammertal ein tänzerisches Erntedankfest.
Es ist eine Musik, die vieles davon vorbereitete, was später Bach zur Vollendung führte. Vielleicht, sagt Organist Michael Wersin nach dem Schlussapplaus, wäre Schachtners Vorrede gar nicht notwendig gewesen: „Ihnen hat es gefallen.“
Nur noch ein Konzert hat die Diademus-Saison 2026 zu bieten: Am Sonntag, 4. Oktober, 17 Uhr, erklingt in der Klosterkirche Roggenburg Bachs h-Moll-Messe. Weitere Informationen und Tickets gibt es unter diademus.de/konzerte.

