Der neue Kluftinger: Nach zwei Jahren Pause ermittelt der Allgäuer Kommissar wieder

Das Autorenduo Volker Klüpfel (links) und Michael Kobr hat einen neuen Kluftinger veröffentlicht: „Lückenbüßer“.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaSie sind Deutschlands erfolgreichstes Autoren-Duo: Volker Klüpfel und Michael Kobr. Die Krimis um ihren Allgäuer Kommissar Kluftinger haben Kultstatus, verkauften sich millionenfach, wurden zum Teil verfilmt, und für das Landestheater Schwaben haben die beiden, die sich seit der Schule kennen, schon einen Bühnen-Kluftinger geschrieben. Aber auch in der Ferne lassen sie es krachen, so hat das Duo mit „Die Unverbesserlichen“ eine Reihe im Programm, die an der Côte d’Azur spielt. Michael Kobr gibt es zudem als Solisten, zwei Bände seiner Bornholm-Krimireihe sind erschienen. Und im Frühjahr legt dann auch Kollege Volker Klüpfel sein erstes Solo vor, das auf vier Bände ausgelegt sein wird. Die Heldin ist eine ukrainische Putzfrau, vermeldet der Penguin-Verlag.
Doch jetzt haben die beiden wieder im Doppel zugeschlagen und einen neuen Kluftinger-Roman vorgelegt. „Lückenbüßer“ heißt der 13. Band. Aus dem Kemptener Kommissar ist mittlerweile ein Interimspolizeipräsident geworden, ansonsten ist er aber noch der herrlich zugeknöpfte Allgäuer mit der ausgefuchsten Spürnase geblieben, der freilich kein Fettnäpfchen auslässt.
Wahl in Altusried
Diesmal geht es um einen toten Personenschützer, der bei einer Einsatzübung unter den Augen Kluftingers getötet wird. Dabei war der Beamte gar nicht für die Übung eingeteilt gewesen. Und in seiner Freizeit arbeitete der Tote für einen zwielichtigen Sicherheitsdienst. Wie bei den Kluftinger-Romanen üblich, ist der Krimi-Plot auch diesmal nur einer der beiden Handlungsstränge. Denn Kluftinger hat sich breitschlagen lassen, für den Gemeinderat in Altusried zu kandidieren – auf einem der hintersten Plätze einer Wählerliste, quasi als Lückenbüßer ohne Chancen darauf, ins Gremium einzuziehen.
Und anfangs lässt den Kommissar die Kommunalpolitik auch zur Gänze kalt, was sich schlagartig ändert, als Kluftinger mitbekommt, dass sein Nachbar Langhammer auf einer anderen Liste kandidiert und nichts unversucht lässt, die Altusrieder als Politiker zu überzeugen. Einen solchen Triumph kann Kluftinger seinem Intimfeind natürlich nicht gönnen. So lässt sich der Interimspolizeipräsident einiges einfallen, um Langhammer, der mit modernsten Marketingmethoden auf Stimmenfang geht, immer wieder dümmlich dastehen zu lassen. Ein echter Kluftinger eben. Und der Kriminalfall wird natürlich auch gelöst.
Volker Klüpfel, Michael Kobr: Lückenbüßer. Ullstein, 432 Seiten, 24,99 Euro.