Ausstellung „Toxic Aesthetics“
: Sebastian Bühler zeigt die Schönheit der Zerstörung

Schockierend ästhetisch: Der Augsburger Fotograf Sebastian Bühler dokumentiert mit seinen Drohnenbildern Umweltzerstörung auf dem Balkan.
Von
Marcus Golling
Ulm
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Eine Kupfermine in Bulgarien (links) und ein Steinbruch in Nordmazedonien, fotografiert mit der Drohne.

Eine Kupfermine in Bulgarien (links) und ein Steinbruch in Nordmazedonien, fotografiert mit der Drohne.

Sebastian Bühler
  • „Toxic Aesthetics“ zeigt Drohnenbilder von Umweltzerstörung auf dem Balkan.
  • Fotograf Sebastian Bühler dokumentiert Tagebaue, Abraumhalden und Steinbrüche.
  • Die Ausstellung läuft bis 27. Dezember 2025 bei Mamo Interior in Ulm, Eintritt frei.
  • Bühler nutzt Google Maps und Drohnen, um schwer zugängliche Orte zu fotografieren.
  • Die Bilder verbinden faszinierende Ästhetik mit der Zerstörung der Natur.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Balkan wird als Reiseziel immer populärer. Aber (noch) nicht unbedingt die Gegenden, in die es Sebastian Bühler zieht, Bulgarien, Nordmazedonien und der Kosovo. Dabei ist das, was er dort findet und auf seinen Fotos festhält, manchmal verwirrend schön: kleine Gewässer, die leuchten wie versteckte Edelsteine, Farbverläufe, wie sie Caspar David Friedrich nicht besser hinbekommen hätte. Doch es sind „Toxic Aesthetics“. So heißt auch seine sehr empfehlenswerte Ausstellung bei Mamo Interior in Ulm.

„Toxisch“ ist wörtlich zu verstehen: Wo Bühler fotografiert, wird die Erde vergiftet, zerstört oder entstellt – er zeigt Tagebaue, Schlackebecken, Abraumhalden, Steinbrüche. Un-Orte, die es in Südosteuropa noch häufiger gibt, die aber auch dort mit Zäunen oder Stacheldraht vor neugierigen Blicken gesichert sind. Der 1984 geborene Bühler benutzt deswegen Drohnen für seine Aufnahmen, die immer streng aus der Vogelperspektive sind, wie von einem Aufklärungssatelliten. Die Motive findet er über Google Maps, was ihn genau vor Ort erwartet, wisse er bei seinen Fotoexpeditionen jedoch nicht, sagt er. Flugverkehr, Sicherheitsleute oder verwilderte Hunde.

„Mich fasziniert, wie der Mensch in die Natur eingreift und sie bewusst oder unbewusst verändert“, erklärt der Künstler, der Fotodesign am Zentrum für Gestaltung (ZfG) in Ulm unterrichtet. Bühler kommentiert nicht, er bildet nur ab, ohne weitere digitale Bearbeitung, das Gezeigte spricht für sich. Erstaunliche Farben und Formen entdeckt man auf den exzellenten Abzügen, manchmal glaubt man abstrakt-informelle Gemälde vor sich zu haben.

Die „Toxic Aesthetics“ Sebastian Bühlers, die unter anderem auch schon in der Mewo-Kunsthalle in Memmingen und im Kunstverein Augsburg gezeigt wurden, sind schön und schrecklich. Ein außergewöhnlicher Blick auf das Verhältnis von Mensch und Umwelt.

Bis 27. Dezember 2025 bei Mamo Interior, Syrlinstraße 10. Geöffnet Do/Fr 10-18, Sa 10-16 Uhr. Eintritt frei.