30 Jahre Siyou Gospel Project
: Siyou geht es an Weihnachten um die große Gemeinschaft

Seit 30 Jahren verkündet Siyou die frohe Botschaft. 2025 hat sie besondere Gäste zu den drei Konzerten in der Ulmer Pauluskirche eingeladen.
Von
Marcus Golling
Ulm
Jetzt in der App anhören
Für Siyou bedeutet Weihnachten vor allem, Konzerte zu geben. Derzeit bereitet sie sich auf die drei Auftritte in der Pauluskirche vor.

Für Siyou bedeutet Weihnachten vor allem, Konzerte zu geben. Derzeit bereitet sie sich auf die drei Auftritte in der Pauluskirche vor.

Marcus Golling
  • Siyou Gospel Project feiert 30-jähriges Jubiläum mit drei Konzerten in der Ulmer Pauluskirche.
  • Auftritte am 26., 27. und 28. Dezember 2025, fast ausverkauft – Restkarten noch verfügbar.
  • Reinerlös der Konzerte geht an die Aktion 100.000 der SÜDWEST PRESSE.
  • Besondere Gäste: Vokal-Trio Insingizi aus Simbabwe und Gospelchor Langenau (nur am 26. und 27.).
  • Siyou plant für 2026 eine Vinyl-Compilation ihrer Lieblingssongs, Crowdfunding läuft bis 11. Januar 2026.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es weihnachtet im Wohnzimmer, auf dem Tisch brennen Kerzen, hinter der Couch windet sich eine Lichterkette um eine mit Kugeln und Sternen geschmückte Zimmerpalme. Im Hintergrund läuft leise Musik. Ausnahmsweise. Eigentlich, sagt Siyou Isabelle Ngnoubamdjum, schätze sie in den freien Stunden die Stille. Aber was heißt da frei? Wenn das Fest naht, beginnt für die Sängerin und Chorleiterin eine der intensivsten Phasen des Jahres. Ums Einkaufen oder Kochen müsse sich aktuell eher ihr Partner Hellmut Hattler kümmern, in dessen Haus in Senden sie viel Zeit verbringt. In der Weihnachtszeit ist sein Jazzrock traditionell weniger gefragt als ihr Gospel. „Mir geht es darum, den Menschen eine Freude zu machen, sie miteinander in Verbindung zu bringen“, sagt Siyou.

Bei dem Wort Gospel denkt man in Deutschland zuerst an die Musik, aber eigentlich heißt er übersetzt: Evangelium. Siyou bringt mit ihrem Siyou Gospel Project die frohe Botschaft seit 30 Jahren zu den Menschen in Ulm, immer zu Weihnachten, immer mit Erfolg. Auch 2025: Die Konzerte am 26. und 27. Dezember, jeweils 20 Uhr, sowie der Zusatztermin am 28. Dezember, 17 Uhr, sind bis auf wenige Plätze ausverkauft.

Reinerlös geht an die Aktion 100.000

Fast so lang, wie es die Konzertreihe schon gibt, geht ihr Reinerlös an die Aktion 100.000 der SÜDWEST PRESSE. Siyou: „Es ist schön, sich für etwas einzusetzen, das größer ist.“ Dabei ist auch das Siyou Gospel Project schon für sich längst eine große Sache. Die einmal klein angefangen hat. Für das erste Konzert habe sie noch selbst Plakate aufgehängt, erinnert sich die Sängerin. Man habe in der Kirchen für 300 Stühle aufgestellt – „dann brach die Hölle los“. Plötzlich seien lange Schlangen vor der Kirchentür gewesen, alle seien überfordert gewesen. „Damit hatte niemand gerechnet, am wenigsten ich.“

Die Gefühlslage verschob sich in der Pauluskirche bald von Hölle in Richtung Himmel. Und die Pfarrerstochter Siyou blickt mit großer Dankbarkeit auf die drei Jahrzehnte zurück. Einmal sei mitten im Konzert die Technik ausgefallen, sie und ihre Mitsingenden seien dann in die Mitte des Kirchenschiffs gegangen und hätten a cappella weitergesungen. Viele Jahre habe ihr Vater – der an Weihnachten Geburtstag hatte – in der Band als Perkussionist mitgespielt. Er starb 2020 nach einer Covid-Infektion, in dem Jahr, das für Künstlerinnen wie Siyou wie ein dunkles Loch wurde.

Umso wichtiger ist der Zusammenhalt, und den schätzt Siyou in ihrem Siyou Gospel Project. Über die Jahrzehnte seien Menschen gekommen und gegangen, über ihr aktuelles Team ist sie jedoch mehr als glücklich. Ralf Damrath („seine Stimme ist unverwechselbar“) ist schon seit dem Anfang dabei, dazu kommen die Sängerinnen Lily Mackay und Franzi Zech sowie Martin Meixner an der Hammond-Orgel und Christoph Scherer an den Drums.

Das Programm steht schon fest. Stücke wie „Amazing Grace“ seien jedes Jahr ein Muss, sagt Siyou. Aber es gibt Neues, das auch eine Gospel-Queen wie sie erst üben muss. Sie zeigt auf die Kalimba, die auf dem Couchtisch liegt, schon mit der Box im Wohnzimmer verkabelt. Und fängt gleich zu spielen und singen an, ein afrikanisches Lied.

Das Trio Insingizi kommt aus Simbabwe

Sie wird es in der Pauluskirche zusammen mit dem Vokal-Trio Insingizi anstimmen, die drei Simbabwer sind dieses Jahr – zusammen mit dem Gospelchor Langenau (nur am 26. und 27.) – besondere Gäste beim Siyou Gospel Project. Die Einladung sei auch eine Hommage an ihren Vater, Martin Ngnoubamdjum, der aus Kamerun stammte. Auch Siyou selbst wurde 1968 in dem westafrikanischen Land geboren. In der Pauluskirche wurde sie konfirmiert.

Alles, was sie als Künstlerin mache, habe etwas mit ihr zu tun, erklärt die Sängerin. Daher komme ihre Authentizität, ihre Präsenz, ihre Energie. Die Auftritte des Siyou Gospel Projects sollen mehr sein als nur Konzerte, speziell in einer Gegenwart, in der die Gesellschaft in immer mehr Grüppchen zerfällt, die immer weniger miteinander zu tun haben. „Mir geht es um die große Gemeinschaft. Für mich ist es selbstverständlich, dass man sich die Hand gibt, sich in die Augen schaut, miteinander singt.“ Sie wolle für Glaube, Liebe und Hoffnung stehen – vor allem für die Liebe.

Die Konzerte in der Pauluskirche sind für Siyou eine Art Jahresabschluss. Danach beginnt eine Zeit, in der auch sie Ruhe finden, Kraft tanken kann. Oder vielleicht auch wieder ihre kleine Enkelin in Hamburg besuchen. Vor 30 Jahren, sagt Siyou, sei sie selbst Mutter geworden, inzwischen sei sie eine Oma. Schön für Ulm: Siyou macht zu Weihnachten nicht zuerst ihrer Familie eine Freude, sondern vielen hundert Menschen, jedes Jahr.

Noch Restkarten für alle drei Termine

Für alle drei Konzerte in der Pauluskirche gibt es noch einige Restkarten sowie Tickets für Hörplätze online auf swp.reservix.de sowie an der jeweiligen Tageskasse.

Siyou plant für 2026 eine Compilation mit ihren Lieblingssongs auf Vinyl. Für das Projekt hat sie eine Crowdfunding-Kampagne (bis 11. Januar 2026) gestartet. Mehr dazu online auf startnext.com.