100 Jahre Marilyn Monroe: Die tragische Ikone des 20. Jahrhunderts

Ein Bild aus der goldenen Zeit Hollywoods: Marilyn Monroe, fotografiert um das Jahr 1956 herum in Los Angeles.
Imago/Frank Worth- 100 Jahre Marilyn Monroe: Ikone zwischen Aufstieg, Missbrauchserfahrung und Ruhm.
- Geboren 1926 in Los Angeles, Kindheit in Heimen, frühe Ehe, Einstieg als Model und Schauspielerin.
- Durchbruch 1953 mit „Niagara“, danach „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“.
- 1959 Golden Globe für „Manche mögen's heiß“ – zugleich Abhängigkeit von Medikamenten und Angstzustände.
- Tod am 4. August 1962 mit 36; zum 100. Geburtstag Partys, Ausstellungen und Rekordversuch in Palm Springs.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Platinblondes Haar, roter Lippenstift und ein weißes Kleid über einem U-Bahn-Schacht: Man könnte meinen, Marilyn Monroe brauchte nicht viel, um sich für immer in das kulturelle Gedächtnis einzuschreiben. „Marilyn ist ein Naturphänomen, wie die Niagarafälle und der Grand Canyon. Man kann nur staunend davorstehen“, sagte einmal der Filmproduzent Nunnally Johnson. Aber ein Blick in das Leben der bekanntesten Frau des 20. Jahrhunderts zeigt, Aufstieg und Leben als Hollywood-Ikone waren ein harter Kampf.
Monroes Leben beginnt vor 100 Jahren in direkter Nähe zur Traumfabrik Hollywood, aber doch weit entfernt von Glamour und Ruhm: Sie wird am 1. Juni 1926 in Los Angeles geboren und als Norma Jeane Mortenson getauft. Ihre Mutter arbeitet zunächst als Filmeditorin in einem Studio. Wegen psychischer Probleme muss sie ihren Job aufgeben und wird in eine Klinik eingewiesen, ihr wird später eine Schizophrenie diagnostiziert. Monroe verbringt den Großteil ihrer Kindheit in Heimen und etlichen Pflegefamilien, die immer wieder wechseln. Noch keine zehn Jahre alt wird Monroe sexuell missbraucht. In der Folge beginnt sie zu stottern. Ihren Vater lernt Monroe nie kennen.
In der Rüstungsfabrik entdeckt
Mit 16 Jahren heiratet sie ihren 21 Jahre alten Nachbarn Jimmy Dougherty. Als der einen Job bei der Handelsmarine annimmt und in den Südpazifik versetzt wird, sucht sich Monroe eine Anstellung am Fließband in einer Rüstungsfabrik. Ein Armee-Fotograf lichtet Monroe bei der Arbeit ab, ihre Fotos werden in Armee-Zeitschriften abgedruckt und Monroe findet so ihren Weg zu einer Model-Agentur. „Dann steckten sie mich in einen Badeanzug und ich war plötzlich gefragt“, wird Monroe in dem Buch „Marilyn: Her Life in Her Own Words“ zitiert. Die Agentin habe sie auch dazu überredet, ihr eigentlich braunes Haar zu blondieren, um mehr Aufträge zu bekommen.
Monroe weiß damals schon, dass sie Schauspielerin werden will. Als Kind bereits sei sie fasziniert vom Film gewesen: „Ob schlecht oder gut, das war egal.“ Und sie arbeitet hart an sich.
1946 endet die Ehe mit Dougherty. Im selben Jahr unterschreibt Monroe einen Vertrag mit den Filmstudios Twentieth Century Fox und ändert kurz darauf ihren Namen in Marilyn Monroe. Sie übernimmt kleinere Rollen, aber es soll bis 1953 dauern, bis ihr der große Durchbruch gelingt mit ihrer Rolle in dem Thriller „Niagara“. Es folgen Hauptrollen in populären Filmen wie „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“.
1953 ziert Marilyn Monroe auch das allererste Titelbild des „Playboys“ – ungewollt. Die Nacktfotos der Schauspielerin, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf dem Cover des Männermagazins bereits vier Jahre alt waren, hatte Herausgeber Hugh Hefner über Umwege erstanden. Monroe hatte sich Ende der Vierziger Jahre wegen Geldsorgen unter dem Namen Mona Monroe für 50 Dollar nackt ablichten lassen, wie aus dem Buch „Marilyn: Her Life in Her Own Words“ des Fotojournalisten George Barris hervorgeht. Der „Playboy“ ist sofort ausverkauft und Monroe legt den Grundstein zum Erfolg des Männermagazins. „Ich habe nicht mal ein Dankeschön von denen bekommen“, wird Monroe später zitiert.

1953 druckte der „Playboy“ in seiner allerersten Ausgabe Nacktfotos der Monroe – ohne Sie zu fragen
Andy Rain/epa/dpaIhre Bekanntheit nutzt Monroe Mitte der Fünfziger dafür, sich gegen Missbrauch auszusprechen – damals quasi ein Tabu. Monroe wird heute als „Mona Lisa des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet, aber auch als frühe Vorläuferin späterer Popfiguren wie Madonna oder Pamela Anderson: Frauen, die das Bild der begehrten Frau aktiv inszenieren. Die Endzwanzigerin arbeitet hart daran, ihr Blondinen-Image abzustreifen.
Zweite Ehe endet nach neun Monaten
1954 heiratete Marilyn den Baseball-Superstar Joe DiMaggio. Doch der Sportler reagiert zunehmend eifersüchtig auf ihren Ruhm und die Faszination, die seine Frau auslöst: Während der Dreharbeiten für den Film „Das verflixte 7. Jahr“ entsteht die weltberühmte Szene, bei der Wind aus einem Schacht das weiße Kleid Monroes hochwirbelt. Als PR-Gag angelegt, versammeln sich Menschenmassen, um der Schauspielerin bei der für die Zeit bemerkenswert freizügigen Szene zuzuschauen.
DiMaggio soll erzürnt reagiert haben. Er sei handgreiflich geworden, wird eine Friseurin Monroes, die später blaue Flecken überschminkt haben will, in der Netflix-Dokumentation „Mysterium Marilyn Monroe: Die ungehörten Bänder“ zitiert. Nach neun Monaten Ehe lässt sich das Paar scheiden. Monroe verlässt Kalifornien kurz darauf, um nach New York zu ziehen.
1956 heiratet Monroe den mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Dramatiker Arthur Miller. Auch sie ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr größter Erfolg wird ihre Rolle in der Komödie „Manche mögen's heiß“, für die sie 1959 einen Golden Globe als „Beste Hauptdarstellerin“ erhält. Doch der Ruhm währt nicht lange. Monroe kämpft spätestens ab Mitte der 1950er Jahre mit einer zunehmenden Abhängigkeit von Schlaf- und Aufputschmitteln und leidet unter Angstzuständen.
Plötzlicher Tod mit 36
Ihre Ehe mit Miller endet im Januar 1961. Monroe zieht zurück nach Los Angeles und beginnt Sitzungen mit dem Psychiater Ralph Greenson. Im selben Jahr wird sie zweimal wegen psychischer Probleme und Tablettenmissbrauchs in Krankenhäusern behandelt. Fox entlässt sie Mitte des Jahres, weil sie die meiste Zeit der Dreharbeiten zu „Something's got to give“ fehlt. Ungefähr in die Zeit sollen auch ihre angeblichen Affären mit John F. Kennedy und dessen Bruder Robert F. Kennedy gefallen sein. Besonders daraus speisen sich viele Gerüchte und Theorien um ihren Tod.

In diesem zerwühlten Bett in ihrem Schlafzimmer in Los Angeles ist die US-amerikanische Schauspielerin Marilyn Monroe am frühen Morgen des 4.8.1962 tot aufgefunden worden. Sie soll in der einen Hand den Telefonhörer und in der anderen eine leere Flasche Schlaftabletten gehalten haben.
dpaAm Abend des 4. August 1962 stirbt Monroe im Alter von 36 Jahren unerwartet in ihrem Haus in Brentwood, Kalifornien. Bis heute hält sich die Theorie, die Hollywood-Ikone sei ermordet worden – auch wenn 1982 erneut aufgenommene Ermittlungen zu ihrem Tod mit der Feststellung endeten, dass sie sich mit einer Überdosis Schlaftabletten selbst das Leben genommen habe. Am 1. Juni jährt sich ihr Geburtstag zum 100. Mal.
Partys, Ausstellungen und ein Rekordversuch
Zum 100. wird vielerorts gefeiert, mit Partys, Ausstellungen in Paris und Los Angeles und einer Auktion, bei der Kleidungsstücke, Fotos und „private Dokumente“ unter den Hammer kommen. Im British Film Museum in London läuft ein Monroe-Filmfestival. Im kalifornischen Palm Springs in Kalifornien wollen Fans einen Guinness-Buch-Rekord aufstellen: für die meisten Monroe-Imitatorinnen. Dort steht auch eine acht Meter hohe „Forever Marilyn“-Statue. Sie ist dem weltbekannten Foto von 1954 nachempfunden, auf dem die Schauspielerin auf einem Lüftungsrost der U-Bahn steht und ein Luftzug ihren Rock hochweht.

