Wenn nachts die Temperaturen auch nach offiziellem Winterende nochmal in den Minusbereich rutschen, schadet das vielen Pflanzen auf Balkon, Terrasse und im Garten. Daher hören und lesen Hobbygärtner oft den Tipp: Orientiert euch an den Eisheiligen. Was sich wie die Aufforderung zum Kirchgang anhört, ist eine uralte Bauernregel - die aber nach wie vor aktuell ist.

Die kalten Tage können eine Gefahr im Garten darstellen

Denn sogenannte Spät- oder Frühlingsfröste, die nach Beginn der Vegetationsperiode auftreten, sind gefährlich für empfindliche Pflanzen im Garten: Denn diese treiben nun schon von der Frühlingssonne angeregt aus, manches blüht sogar schon. Daher können Spätfröste nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) insbesondere im Obst-, Gemüse- und Weinbau Schäden verursachen.

Klimawandel mindert Wirkung der Eisheiligen

Vor allem bei Gärtnern und Winzern waren und sind die „Eisheiligen“ gefürchtet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind solche Frosteinbrüche - verglichen mit früheren Jahren - neuerdings immer seltener geworden. Viele Experten sehen die Ursachen nicht zuletzt im Klimawandel. Denoch kann die Kälte Schäden verursachen.

So lauten die Namen der Eisheiligen

Das Ende der Spätfrost-Gefahr in Deutschland markieren traditionell die sogenannten Eisheiligen. Der Ausdruck kommt nicht aus der Meteorologie. Die Eisheiligen sind vielmehr die Gedenktage zu Ehren bestimmter Heiliger im Mai, nach denen statistisch betrachtet Minusgrade kaum noch vorkommen.
In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius als Eisheilige. Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius auch Bonifatius und die „Kalte Sofia“ dazu gezählt. Dabei handelt es sich um frühchristliche Bischöfe und Märtyrer.
Um sie herum wurden in der Vergangenheit zahlreiche Bauernregeln überliefert, die die Gartenregel festhalten: „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ oder „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder“. Und besonders schön: „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“.

Pflanzen nachts noch einmal schützen

Für Hobbygärtner heißt es nun: Wer die warmen Tage bereits zum Pflanzen von frostempfindlichen Gemüse- und Blühpflanzen genutzt hat oder diese direkt ins Beet gesät hat, muss sie nun je nach örtlicher Temperaturentwicklung nachts noch mal mit einem Vlies, einem Laken oder etwas Zeitungspapier schützen.
Auch kälteempfindliche Topfpflanzen werden am besten nur dann im Freien gelassen, wenn es warm genug ist - mit Temperaturen dauerhaft über zehn Grad. Und wenn dann doch noch mal wieder eine frostige Nacht droht, sollte das Grün wieder ins Haus geholt oder mit einem Vlies über Nacht warm eingepackt werden.

Welcher Eisheilige ist heute?

Die einzelnen Eisheiligen sind einem festen Datum zugeordnet:
  • Mamertus: 11. Mai 2020
  • Pankratius: 12. Mai 2020
  • Servatius: 13. Mai 2020
  • Bonifatius: 14. Mai 2020
  • Kalte Sophie: 15. Mai 2020

Eisheiligen 2020: So wird das Wetter in Baden-Württemberg

In diesem Jahr werden die Eisheiligen im Mai ziemlich nass und ungemütlich. Am Mittwoch bleibt es laut DWD den ganzen Tag überwiegend bewölkt. Gebietsweise kann es regnen, mit Höchsttemperaturen zwischen 8 bis 16 Grad.
Für Donnerstag erwarten die Wetterfrösche überwiegend bedeckten Himmel, im Südosten und Osten auch noch zeitweise etwas Regen, bei Höchstwerten von 9 bis 16 Grad.
Am Freitag ist der Himmel im Süden Baden-Württembergs stark bewölkt, südlich der Donau kann es ab und zu regnen. Es wird ein klein wenig wärmer als zu Beginn der Woche mit Höchstwerten zwischen 9 und 17 Grad.

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