Ministerpräsdient Cem Özdemir (links) setzt in Zukunft auf die Unterstützung von Boris Palmer.

Ministerpräsdient Cem Özdemir (links) setzt in Zukunft auf die Unterstützung von Boris Palmer.

Katharina Kausche/dpa

Stuttgart baut auf Palmers Rat

8. Juli 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Landtagswahl in Baden-Württemberg: ARCHIV - 08.03.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Cem Özdemir (l, Bündnis 90 / Die Grünen), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, und Boris Palmer, parteiloser Oberbürgermeister von Tübingen, unterhalten sich nach der Landtagswahl. Am 8. März fand in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt. (zu dpa: «Palmer soll Bürokratie-Berater der Landesregierung werden») Foto: Katharina Kausche/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ministerpräsdient Cem Özdemir (links) setzt in Zukunft auf die Unterstützung von Boris Palmer.

Katharina Kausche/dpa

lange ist darüber spekuliert worden, jetzt ist es raus: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wird doch Teil der Landesregierung. Zumindest am Rand. Als „Rat für Staatsmodernisierung soll der bekannteste OB Deutschlands dafür sorgen, dass es mit dem Abbau der Bürokratie endlich vorangeht. Keine Frage: In seiner Heimatstadt hat er es – zumindest teilweise – unter Beweis gestellt. Allerdings stellen sich zwei Fragen: Bekommt er diese Aufgabe mit seinem Amt in Tübingen unter einen Hut? Die Antwort darauf ist ein eindeutiges Ja. Palmer ist ein Aktenfresser und Zeitökonom. Dieses Problem wird er souverän lösen. Die zweite Frage ist dagegen schwieriger zu beantworten: Boris Palmer gilt nicht gerade als geduldiger Mensch. Die Umsetzung seiner Pläne wird in den Mühlen der Landesverwaltung nicht im Eiltempo passieren. Es könnte sein, dass darin eine Menge Konfliktpotenzial liegt. Dennoch ist die Entscheidung richtig und gut. Eine Mehrheit der Menschen im Land hatte sich im Wahlkampf eine solche Rolle für Palmer gewünscht. Nun hat er die Chance zu beweisen, ob er seine knackigen Sprüche aus Talkshows auch in der Politik umsetzen kann. Dem Land wäre zu wünschen, dass der Boris das schafft.

Kommen Sie gut in diesen Donnerstag!

Ihr Ulrich Becker