Die Rettung der FDP? Wolfgang Kubicki will es wissen.

Die Rettung der FDP? Wolfgang Kubicki will es wissen.

Carsten Koall/dpa

Das Ende der Zampano-Fraktion?

31. Mai 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

eine von vielen, vielen Fragen, die sich in diesen krisenhaften und unübersichtlichen Zeiten stellt, ist folgende: Welchen Typus Politiker/-in braucht es heutzutage eigentlich, um die politischen Wogen des 21. Jahrhunderts erfolgreich zu meistern? Ist es der breitbeinige Alpha-Zampano, der nah am Populismus segelt, stets für eine flotte Schlagzeile oder einen derben Spruch gut ist, aber Gähnkrämpfe bekommt, sobald es um politische Konzepte (oder gar Ideale) geht? Oder braucht es vielmehr kluge und umsichtige Denker und Lenker, die den Menschen Orientierung geben, Mut machen und Visionen aufzeigen, wie die Welt besser werden könnte?

Stellen wir diese theoretische Überlegung kurz zurück. Denn wie es der Zufall will, lassen sich diverse aktuelle Geschehnisse im politischen Berlin auch mit dieser Schablone lesen.

  • So hat Wolfgang Kubicki gerade in einem filmreifen Showdown die Macht in der strauchelnden FDP errungen. Der 74-Jährige ist klar ein Vertreter der Zampano-Fraktion. Kann er die Liberalen wirklich aus der Bedeutungslosigkeit zurück ins Rampenlicht holen? (Hier lesen Sie mehr)
  • In Bayern gibt es Anzeichen, dass die CSU Zweifel an der „Methode Söder“ entwickelt – und mit dem Europapolitiker Manfred Weber befeuert ein ganz anderer Typ Politiker jene Fantasie, dass es auch anders gehen könnte. (Eine Analyse lesen Sie hier)
  • Und ist es Zufall, dass auch die Spekulationen in der CDU über eine Ablösung des Kanzlers Friedrich Merz durch Hendrik Wüst in dieses Raster passen? (mehr dazu hier)

Dass man den Bedrohungen der Demokratie und den Krisen unserer Zeit dauerhaft nicht allein mit einem Überschuss an Testosteron begegnen können wird, darauf möchte ich in jedem Fall wetten. Jetzt müssen wir alle nur noch herausfinden, wie es stattdessen geht.

Kommen Sie gut in diese neue Woche!

Viele Grüße aus dem Newsroom

Ihr Roland Müller