
Über die Rente redet in der Politik niemand gerne - vor allem nicht darüber, dass sie in der heutigen Form unbezahlbar wird.
Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpaBloß nicht über die Wahrheit reden
21. Mai 2026
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
man wiederholt sich nur ungerne, aber an dieser Stelle muss es einfach sein: Die Diskussion über die Zukunft der gesetzlichen Rente ist in diesem Land einfach nur unsäglich. Kaum sickert aus Kreisen der Expertenkommission heraus, dass ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren denkbar wäre, kommt es zu den üblichen erwartbaren Reaktionen. Aus Regierungskreisen heißt es dann, dass das doch nur ein Vorschlag sei, darüber könne man noch nichts sagen. Aus Angst vor der eigenen Courage rudern alle erst einmal zurück. Die Gewerkschaft trötet ebenfalls sofort ins Horn und warnt vor einer „Rentenkürzung“. Die erste Reaktion ist einfach nur feige, die zweite ziemlicher Nonsens. 1960 lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer bei 9,9 Jahren, 2023 waren das schon 20,5 Jahre. Die Verlängerung wäre keine Kürzung, sondern eine – nur ansatzweise – Angleichung an die längere Lebenszeit. Wer das nicht verstehen will, ignoriert die Realität. Aber an die Jüngeren, die für diese Realitätsverweigerung am Ende zahlen müssen, denkt ohnehin niemand. Und das ist der eigentliche Skandal. Hier lesen Sie mehr.
Kommen Sie gut in dieses erste sommerliche Wochenende!
Ihr Ulrich Becker





