Manuel Neuer will es bei der Fußball-WM noch einmal wissen.

Manuel Neuer will es bei der Fußball-WM noch einmal wissen.

Tom Weller/dpa

Neuer Versuch

19. Mai 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

kaum etwas ist schwerer in der Karriere von erfolgreichen Sportlern oder Politikern, als den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt zu finden. Soll man es auf dem Höhepunkt des Erfolges machen? Oder doch noch ein paar Jahre dranhängen? Wie lange kann man seine Form noch halten? Wann verklingt der Applaus? Einen der spektakulärsten zu späten Rücktritte der jüngeren Zeit hat Ex-US-Präsident Joe Biden hingelegt. Sein sturer Wunsch nach einer zweiten Amtszeit hat am Ende Donald Trump ins Amt gebracht. Mit den bekannten Folgen. Jetzt hat der ewige Torhüter der Nation, Manuel Neuer, den Rücktritt vom Rücktritt erklärt. Im Sommer soll er bei der Fußball-WM die Gegner in Angst und Schrecken versetzen – so sehr, dass sie erst gar nicht auf das deutsche Tor schießen. Es stimmt – der 40-Jährige ist im Moment in bestechender Form. Richtig ist aber auch: Gelegentlich und in letzter Zeit öfter baut er einen Neuer-Bock. Was ist nun richtig: Gehen oder weiter für Deutschland zwischen den Pfosten stehen? Die Antwort darauf werden wir erst im Juli haben. Entweder baut Fußball-Deutschland in Zukunft Neuer-Denkmäler oder es heißt mitleidig: Ach, er war doch zu alt … Danach ist man immer klüger. Vor allem, wenn es um Abschiede geht.

Kommen Sie gut in diesen Mittwoch!

Ihr Ulrich Becker