
Evelyn Palla ist die erste deutsche Bahnchefin. Sie hat dem Konzern eine Sicherheits- und Sauberkeitskur verordnet.
Christoph Soeder/dpaUnterwegs zur Wohlfühl-Bahn?
15. Mai 2026
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
auch wenn der nächste Stau meistens nicht lange auf sich warten lässt, ich fahre gerne Auto. Telefonieren, laut Musik hören und dabei falsch mitsingen – das hat was. Intimsphäre hinter Verbundsicherheitsglas.
Wenn man nicht ganz pünktlich sein muss oder genug Sicherheitszeitpolster einplanen kann, ist der Individualverkehr immer noch eine gute und schöne Sache. Aber eben nur dann. Wenn ich ehrlich bin: Für die Zeit, die ich sinnlos auf Straßen verbringe, könnte ich viele Bahnverspätungen in Kauf nehmen. Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, störe ich mich nicht einmal so sehr an den üblichen 15 bis 25 Minuten Verspätung. Nein, mich ärgern versiffte Toiletten, schmutzige Abteile und schlechte Kommunikation bei Störungen viel mehr.
Genau an diesen Punkten scheint sich gerade einiges zum Guten zu ändern. Evelyn Palla, die Frau mit dem undankbarsten Job Deutschlands, verbessert die Wohlfühlfaktoren im Schienenverkehr. Anders als ihre Vorgänger, kämpft sich die Bahnchefin nicht an unrealistischen Pünktlichkeitszielen ab. Nein, sie setzt auf die soften Faktoren und hat Programme für mehr Komfort und Sicherheit auf den Weg gebracht. Ihr Weg: In viel genutzten Zügen wird mehr Reinigungspersonal eingesetzt, Toiletten sollen häufiger funktionieren, mehr Sicherheitskräfte an Bahnhöfen unterwegs sein und die Kundeninformation besser werden. Das klappt schon relativ gut. „Die positiven Effekte sind spürbar“, sagte Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn.
Das ist mehr Lob, als es für gewöhnlich von dieser Seite gibt. Und für mich ein Grund, aus Ulmer Sicht nachzulegen: Auch die Sanierung des Ulmer Hauptbahnhofs wird das Wohlgefühl der Bahnfahrer erhöhen können. Gut so!
Kommen Sie gut durchs Wochenende!
Ihr Matthias Stelzer






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