Ziemlich beste Freunde: Russlands Präsident Wladimir Putin und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Ziemlich beste Freunde: Russlands Präsident Wladimir Putin und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa

Gerhard, bleib lieber zu Hause!

10. Mai 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

natürlich wünscht sich jeder ein Ende des unseligen Krieges in der Ukraine. Und natürlich sollte man jedes Mittel zumindest in Betracht ziehen, um dieses Ziel zu erreichen.

Allerdings fällt die neueste Initiative des russischen Präsidenten Wladimir Putin genau nicht in diese Kategorie. Man muss entweder politisch schon sehr verblendet sein oder Ralf Stegner heißen, wenn man Putins Vorstoß für ernsthaft hält.

Dass der Machthaber in Moskau seine „spezielle Militäroperation“ irgendwie beenden will und angesichts der galoppierende Kriegskosten wohl auch muss, scheint außer Frage. Dass er dafür seinen alten Kumpel Gerhard Schröder bemühen will, zeigt allerdings, dass es ihm vor allem um eines geht: Zwietracht im westlichen Bündnis zu säen. Der Ex-KGB-Mann weiß ganz genau, dass es für einen solchen Spezialauftrag des Ex-Kanzlers in Deutschland keine Mehrheit gibt. Dafür hat Schröder dem Mann im Kreml zu viele Gefallen getan und ist fürstlich entlohnt worden.

In die gleiche Richtung zielt auch der Vorschlag, Wolodimir Selenski solle zu Friedensverhandlungen nach Moskau kommen. Ein solches Angebot kann der ukrainische Präsident ohne eine Einigung zuvor nicht annehmen. Putin will provozieren, nicht verhandeln.

Jeder Streit darum, wie der Krieg denn enden soll, bringt Putin in eine stärkere Situation. Gerhard Schröder sollte deshalb weiterhin seinen Ruhestand in Hannover genießen. Das hilft allen Beteiligten am meisten.

Kommen Sie gut in diese neue Woche!

Ihr Ulrich Becker