
Häufig steckt hinter Schuleschwänzen mehr als Faulheit. Eine Mutter aus Stuttgart berichtet aus ihrer Sicht
ChatGPT/KI-generiertWenn die Tochter Schule schwänzt
27. Mai 2026
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
Kein Bock auf Arbeit – dieses Gefühl kennt wohl jeder. Oder man hat zumindest aus der Schulzeit noch in Erinnerung, dass es – beim einen mehr, beim anderen weniger – Tage gab, an denen man wirklich keine Lust auf Schule hatte. Schwänzen gilt verbreitet als Kavaliersdelikt. Doch oft steckt mehr dahinter. Und ist auch für die Eltern belastend, wie eine Mutter aus Stuttgart berichtet.
„Ich kann sie ja nicht hintragen“
Ihren Klarnamen und den ihrer Tochter will sie lieber nicht nennen, aus Angst vor Stigmatisierung und Vorurteilen. Wir nennen sie deshalb Ina Lange, ihre Tochter nennen wir Anna. Seit der siebten Klasse bleibt die Jugendliche immer häufiger dem Unterricht fern und fliegt schließlich von drei Realschulen. Die Geschichte verbindet persönliche Brüche – Streit in der Klasse, Angst, Sucht, Klinik-Wartelisten – mit einem strukturellen Problem: In Baden-Württemberg fehlt ein landesweites Monitoring zum Schulabsentismus. Wie Ina Lange es wegsteckt, dass sie ihre Tochter immer wieder scheitern sehen muss, wie groß das Problem tatsächlich ist und wie Betroffenen geholfen werden kann, lesen Sie im Artikel.
KI im Klassenzimmer
Wie verändern ChatGPT und Co. den Schulalltag in Ulm? Wir haben mit Schülern, Lehrern, Eltern und Schulleitern gesprochen. Schüler berichten, wie sie schon mal getrickst haben. Lehrer verraten, wie sie versuchen, die KI auszutricksen. Schulleiter erklären, wie sie in Sachen Benotung auf künstliche Intelligenz reagieren, und der Gesamtelternbeirat stellt eigene Forderungen zum Umgang mit KI auf. Mehr dazu haben wir hier zusammengetragen.
Beide Beispiele zeigen, dass Kommunikation wichtig ist. Nur wenn Eltern wie Ina Lange über ihre Sorgen und Nöte sprechen, kann ihnen geholfen werden. Und nur dann kann auch überprüft werden, ob und wenn ja, was sich strukturell ändern muss – an Schulen und in unserer Gesellschaft. Das gilt auch für den Umgang mit KI.
Ihre Redaktion der Südwest Presse




