
Beim Kinderschutz-Zentrum in Göppingen steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Das engagierte Team rund um Heike Maier (2. von links) und Nicole Herhoffer (2. von rechts) sucht Ehrenamtliche wie Brigitte Janz (vorne rechts) und Anja Lenz (vorne links), die Familien unterstützen.
Giacinto CarlucciFür wen professionelle Hilfe wichtig ist
13. Mai 2026
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
in dieser Ausgabe stehen zwei Themen im Mittelpunkt: Schutz und Stabilität für Kinder in Trennungsphasen sowie der Umgang mit exzessivem Gaming bei Jugendlichen. Beide Geschichten geben Einblicke in konkrete Unterstützungsangebote und zeigen, wo Engagement und professionelle Hilfe den Unterschied machen können.
Ehrenamt für begleiteten Umgang in Göppingen
Das Kinderschutz-Zentrum Göppingen rückt das Kindeswohl in den Fokus und sucht dringend Ehrenamtliche für den „begleiteten Umgang“. Sozialpädagoginnen wie Heike Maier und Nicole Herhoffer arbeiten mit Ehrenamtlichen wie Brigitte Janz und Anja Lenz zusammen, um sichere Rahmenbedingungen für Kontaktregelungen nach Trennung oder Scheidung zu schaffen. Im geschützten Raum des Zentrums – oder gelegentlich auf dem Spielplatz – lernen Kinder ihre Begleiter kennen, es werden Elternverträge geschlossen, und Begegnungen finden ohne Zusammentreffen der Ex-Partner statt. Projektleiterin Silke Maier betont Stabilisierung und Hilfe zur Selbsthilfe, inklusive Schulungen und Supervisionen für Freiwillige. Wer mitmachen möchte, findet klare Kontaktwege per E-Mail und Telefon sowie Hinweise zu Schulungen des Landesverbands – und erfährt, warum diese Aufgabe nicht nur nötig, sondern auch sinnstiftend ist.
Wenn Gaming den Familienalltag dominiert
Ein Stuttgarter Fall zeigt, wie schnell Regeln scheitern können, wenn Apps und Spiele das Belohnungssystem gezielt triggern – bis hin zum Eintreten einer Tür. Die Mutter Tanja Müller (Name geändert) schildert nächtliche Handy-Umgehungen, neu programmierte Router-Passwörter und einen Alltag, in dem „Fortnite“ und WhatsApp die Taktung vorgeben. Laut DAK/UKE-Studie nutzt mehr als ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien problematisch; 3,4 Prozent gelten beim Gaming als süchtig, Jungen häufiger als Mädchen. Psychologe Dr. Armin Kaser erklärt, warum aggressive Ausbrüche Entzugssymptome sein können, weshalb Komorbiditäten wie ADHS oder Depressionen häufig sind und wieso Therapie mit Elternberatung ansetzt. Während die älteren Söhne inzwischen studieren, setzt die Mutter beim jüngsten Kind konsequent auf ein Tastenhandy – eine lokale Geschichte, die viele Fragen nach Prävention, Grenzen und Hilfsangeboten aufwirft.
Ihre Redaktion der Südwest Presse.


