Die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen und der Missbrauch einer 13-Jährigen im Kreis Biberach am 12. November hat sich im Solarpark Vorholz in Laupheim an der B30 ereignet, wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg bestätigt. Die 74 Photovolataik-Module zur Erzeugung von Ökostrom, welche jeweils auf Betonhäuschen stehen und als Garagen oder Lager vwermietet und genutzt werden, sind von der B30 aus gut zu sehen. Der Vater eines der Verdächtigen ist offenbar Mieter einer der Garagen der Anlage. Der Solarpark ist eigentlich nicht öffentlich zugänglich.

Vergewaltigung in Laupheim: Mädchen soll willenlos gemacht worden sein

Wie berichtet, sollen fünf Männer die Mädchen vorher in der Garage mit Alkohol und Drogen willenlos gemacht haben. Dann kam es laut Polizei zu den Sexualverbrechen. Die 13-Jährige konnte sich wehren, von ihr ließen die Täter nach einiger Zeit wieder ab. Doch die 14-Jährige wurde von mindestens drei der fünf Männer vergewaltigt, so der Vorwurf gegen die drei Hauptverdächtigen. Die Mädchen wandten sich später an ihren Vertrauenslehrer, der die Polizei informierte.

Drei Verdächtige bestreiten Vergewaltigung in Laupheim

Wie Christine Weiss, Erste Staatsanwältin bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Ravensburg auf Anfrage berichtet, haben sich die drei Hauptverdächtigen jetzt in Vernehmungen zu den schweren, mutmaßlichen Sexualverbrechen an den beiden Mädchen geäußert. Demnach haben die drei Männer, zwei Syrer im Alter von 19 und 20 Jahren sowie ein Deutscher (32), sexuelle Kontakte mit der 13-Jährigen und der 14-Jährigen an jenem Abend zwar eingeräumt. Allerdings bestreiten sie eine Vergewaltigung. Vielmehr hätten die beiden Mädchen beim Sex freiwillig mitgemacht, sagen die Beschuldigten. Außerdem hätten die 13-Jährige und die 14-Jährige den Männern gegenüber angegeben, 16 und 17 Jahre alt zu sein.

Einer der mutmaßlichen Täter von Laupheim ist vorbelastet

Wie die Staatsanwaltschaft bereits mitgeteilt hatte, gibt es seitens der Staatsanwaltschaft zu zwei der drei Hauptverdächtigen so genannte „Vorerkenntnisse“. Soll heißen, sie sind juristisch bereits aufgefallen. Es handelt sich um den 19-jährigen Syrer sowie den 32-jährigen Deutschen. Jetzt wurde diese Vorerkenntnisse präzisiert: Einer von beiden hat einen Eintrag wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Zu dem anderen gebe es fünf Eintragungen – darunter sei ein Fall von sexueller Belästigung.

Gegen zwei Verdächtige werden Vorwürfe geprüft

Bei den zwei weiteren Verdächtigen, 27 und 34 Jahre alt, wird Weiss zufolge ermittelt, um zu prüfen, ob sie sich

  • der Beihilfe zu Sexualstraftaten
  • Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz
  • oder der unterlassenen Hilfeleistung

schuldig gemacht haben.

Die beiden Männer sind auf freiem Fuß, weil die Voraussetzungen für einen Haftbefehl gegen sie nicht erfüllt sind.

Von diesen zwei Männern hat Staatsanwältin Weiss zufolge einer in der Vernehmung Angaben gemacht. Der andere hingegen nicht, er schweigt zu den Vorwürfen. Die Nationalität der beiden wurde nicht genannt.

Das sind die Vorwürfe gegen die Hauptverdächtigen

Den drei in Untersuchungshaft sitzenden Männern werden folgende Straftaten vorgeworfen:

  • Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall nach Paragraph 177 Absatz 6 des Strafgesetzbuches. Dazu heißt es: Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Absatz 6 ergänzt: „In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren zu erkennen. (...)“ Darunter listet das Gesetz unter anderem Vergewaltigung und eine Tat durch mehrere begangen wird.
  • Bei der 13-Jährigen erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Das fällt in den Bereich des Paragraphen 176 des Strafgesetzbuches: In Absatz 1 heißt es dazu: „Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.“