Wieder ein Unfall mit einer Straßenbahn in Ulm. Am Samstagvormittag ist auf der Linie 2 in Richtung Kuhberg eine Bahn in der Beyerstraße beim Ehinger Tor aus den Schienen gesprungen. Die entgleiste Straßenbahn blieb letztendlich mit der Front zwischen einer Mauer und einem Stahlmasten stecken - auf dem Gehweg.

Verletzte

Rettungskräfte, Polizei und zwei Notfallseelsorger waren schnell am Unfallort. Nach aktuellen Informationen gab es sieben Verletzte - drei davon wurden in eine Klinik gebracht. Der Fahrer musste von einem Seelsorger betreut werden. Er hatte zudem an den Händen leichte Schnittverletzungen erlitten, denn die Frontscheibe der Fahrerkabine war gesplittert.

Der Fahrer wurde von SWU-Kollegen nach Hause gebracht, was hauptsächlich SWU-Chef Eder organisierte.

Unfall der Linie 1 Straßenbahn in Ulm entgleist - Sieben Verletzte

Wie kam es zum Unfall?

Die Straßenbahn war auf der Linie 1 von Söflingen in Richtung Böfingen unterwegs. Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Unfalls 21 Fahrgäste in der Bahn.

An der Weiche mit der Linie 2 aus der Beyerstraße sprang die Bahn aus ihrem Gleis. Warum ist am Wochenende des Unfalls noch unklar - Gutachter sind eingeschalten, um die Ursache zu klären. Die Bahn durchbrach mit der Vorderseite das Geländer eines Gehwegs, prallte gegen eine Mauer in der Beyerstraße und blieb schließlich zwischen der Mauer und einem Stahlmasten stecken - ein Großteil der Bahn landete auf dem Gehweg.

Was war die Ursache?

Menschliches oder technisches Versagen? Peter Groll, Leiter des Verkehrskommissariats Laupheim, hat sich am Montagmittag erstmals zur Ursache des Unfalls gesprochen. Diese „liegt im Bereich der Weichenstellung“, verrät er. Ob die Weiche defekt war oder falsch gestellt wurde, müsse der Sachverständige erst noch klären, der nach dem Unfall gleich vor Ort war.

Die Staatsanwaltschaft hat zur Klärung der Ursache einen Gutachter hinzugezogen.

„Die Geschwindigkeitsaufzeichnungen werden ausgewertet, genauso die Videoaufzeichnungen, die es in jeder Bahn gibt“, sagte Ralf Gummersbach, Projektleiter der Linie 2 - und an diesem Wochenende auf Bereitschaft. Er war mit einem Team von 20 SWU-Mitarbeitern am Samstag ab 10.30 Uhr vor Ort.

Ulm/Laupheim

So fahren Linie 1 und Linie 2

„Die Bergung ist sehr aufwendig und wird bis in die Nacht andauern“, erklärt Klaus Eder, Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU), noch am Samstagnachmittag auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE .

Gegen 17 Uhr am Samstag waren die Arbeiten noch voll im Gange. Der Schienenersatzverkehr (SEV) wurde vorübergehend wieder auf Linie 1 und die komplette Linie 2 ausgeweitet - auf beiden Strecken fuhren Busse.

SEV am Sonntag

Während am Sonntag auf der Linie 1 in Ulm die Straßenbahn wieder normal fährt, ist auf der Linie 2 noch immer Schienenersatzverkehr (SEV) im Einsatz.

Größere Verkehrsbehinderungen gab es in der Wagnerstraße wegen des Unfalls kaum. Autos stauten sich selten weiter als zur Elisabethenstraße zurück.

Bergung der Straßenbahn

Der Abtransport der entgleisten Straßenbahn Nummer 50 ist sehr aufwendig. Der Wagen namens „Resi Weglein“ war am Samstag vor dem Unfall auf der Linie 1 in Ulm unterwegs. Arbeiter sind bis in die Nacht zu Gange.

Vorübergehend war die Beyerstraße auf Höhe des Unfalls komplett gesperrt - auch für Fußgänger.

2,6 Millionen Euro

Über die Schadenshöhe war bis zum Sonntag noch nichts bekannt. Doch die entgleiste Straßenbahn Nummer 50 „Resi Weglein“ ist 2,6 Millionen Euro teuer - davon wollen die SWU so viel wie möglich retten.

Eine Anwohnerin berichtet

Wie eine Anwohnerin der SÜDWEST PRESSE berichtet, hat es gegen 10.15 Uhr einen heftigen Schlag getan, der sie hochschrecken ließ.

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Achtung!

Am Montag, den 4. Februar 2019, wird die Ampel am Ehinger Tor für eine Stunde abgestellt. Den Verkehr regelt dann die Polizei. Doch das ist nicht die einzige Behinderung im Straßenverkehr von Ulm und Neu-Ulm. Wo überall Baustellen sind, erfährst du auf dieser Übersicht mit Karte.

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