Millionenschaden in Leipheim Großbrand auf Bauernhof – mehrere Tiere tot

Leipheim / Pia Reiser 17.12.2018
In Leipheim hat es am Sonntag einen Großbrand gegeben. Die Stallungen eines Hofes standen in Flammen.

Bei einem Großband in einem Stall bei Leipheim spielten sich am Sonntagabend teils dramatische Szenen ab. So konnte die Feuerwehr rund zehn junge Rinder buchstäblich in der letzten Sekunde retten. Nur einen Moment, nachdem die Feuerwehrleute das Gatter ihrer Box geöffnet hatten und die Tiere ins Freie gedrängt waren, krachte das brennende Dach herunter. So schildert es Robert Spiller, Kreisbrandrat im Kreis Günzburg, der in der Nacht selbst vor Ort war.

Das Feuer auf dem Bauernhof nördlich von Leipheim nahe der Straußenfarm war am Sonntag gegen 20.30 Uhr ausgebrochen, die Brandursache ist noch nicht bekannt. Der Sachschaden beträgt nach Angaben der Polizei etwa eine Million Euro, von dem Stall stehen nur noch die Grundmauern.

Wärmebildkamera im Einsatz

Insgesamt waren laut Kreisbrandrat Spiller rund 100 Rinder und 30 Schweine in dem langgezogenen Gebäude untergebracht. Einige konnten gerettet oder befreit werden, andere sind bei dem Brand getötet worden. Wie viele Tiere genau verendeten, vermochten am Montag weder Polizei noch Feuerwehr genau zu sagen. „Die Situation war am Anfang etwas unübersichtlich“, sagt Martin Schmitz, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim. Außerdem könne es sein, dass einige Tiere später wegen des Rauchs noch sterben.

Ein Großteil sei jedoch mit Hilfe von Landwirten aus dem Stall geholt und eingefangen worden. Feuerwehr und Polizei suchten die weggelaufenen Rinder und Schweine in der Umgebung des Hofs unter anderem mit einer Wärmebildkamera. Vier Kühe konnten zum Beispiel im nahe gelegenen Industriegebiet eingefangen werden, berichtet Kreisbrandrat Spiller. Die geretteten Tiere wurden bei Nachbarn des Bauernhofs untergebracht.

140 Feuerwehrleute im Einsatz

Auch am Montagnachmittag war nicht klar, ob alle Tiere wieder eingefangen werden konnten. „Wir wissen nicht genau, ob noch ein Rind draußen herumläuft“, sagt Kommandant Schmitz. Wer ein frei laufendes Schwein oder Rind in der Umgebung Leipheims sieht, soll die Polizei rufen.

Um den Großbrand zu löschen, waren etwa 140 Feuerwehrleute von den Freiwilligen Feuerwehren aus Leipheim, Günzburg und Umgebung im Einsatz, ebenso das Technische Hilfswerk aus Günzburg und Dillingen mit 20 Mann. Sie konnten verhindern, dass das Feuer vom Stall auf das Wohnhaus übergriff. Dafür wurde auch eine zweite Drehleiter aus Langenau angefordert: Damit konnte das Haus von zwei Seiten vor den Flammen geschützt werden.

Zwei Feuerwehrmänner verletzt

Bis Montagmittag um 12 Uhr war die Feuerwehr im Einsatz. Unter anderem war laut Kommandant Schmitz Stroh in dem Stall gelagert. „Das haben wir mit einem Bagger auseinander gezogen, um auch die letzten Glutnester zu löschen.“

Die Bewohner des Bauernhofes blieben bei dem Brand unversehrt. Zwei Feuerwehrmänner verletzten sich jedoch bei ihrem Einsatz. Einer brach sich laut Kreisbrandrat Robert Spiller den Fuß, ein anderer erlitt eine Rauchgasvergiftung. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht.

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Info

Nach dem Brand des Stalls am Sonntagabend hat die Kriminalpolizei Neu-Ulm die Ermittlungen übernommen. Die Brandermittler der Kripo werden nun das Gebäude untersuchen und Zeugen vernehmen, um die Ursache zu klären, erläutert Christian Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Die Spezialisten versuchen herauszufinden, wo im Stall das Feuer ausgebrochen ist und wie genau es zu dem Brand kam.

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