Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz auf der Bahnstrecke zwischen Ulm und Stuttgart: Eine Landwirtin hat am Dienstag kurz nach 17 Uhr beim Aufladen von Strohballen auf einem abschüssigen Gelände bei Gingen einen Ballen verloren, der auf die Bahngleise rollte. Ein Interregio kollidierte damit und wurde so stark beschädigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Dies teilte ein Sprecher der Bundespolizei Stuttgart auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG mit.

In dem Zug saßen rund 300 Passagiere. Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es keine Verletzten, so der Sprecher. Drei Personen mussten allerdings wegen Kreislaufproblemen behandelt werden.

Weil der Zug nicht mehr weiterfahren konnte, mussten die Fahrgäste aussteigen – Mitarbeiter des Roten Kreuzes richteten dafür eine Versorgungsstelle ein und gaben Wasser an die Betroffenen aus. Per Schienenersatzverkehr, mit Bussen, konnten sie ihre Fahrt dann fortsetzen.

Eine betroffene Zugreisende hat die Situation nach dem Unfall dokumentiert:

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Wie eine Zeugin berichtete, sei eine Mitreisende nach dem Vorfall aus dem Zug gesprungen und über das Feld weggelaufen. Anscheinend hatte die Frau Panik bekommen.

Polizei ermittelt gegen Landwirtin

Der Zug wurde mit einer Schublok in den Geislinger Bahnhof geschleppt. In welche Richtung er unterwegs gewesen war, konnte der Polizeisprecher nicht sagen.

Auch ein auf der Gegenstrecke fahrender Güterzug erfasste den Strohballen – er habe seine Fahrt aber fortsetzen können.

Die Bahnstrecke war für mehr als zwei Stunden voll gesperrt. Die Sperrung betraf auch den Fernverkehr. Dieser musste umgeleitet werden und ein Halt am Hauptbahnhof in Ulm fiel aus. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist bisher noch nicht bekannt. Gegen die Landwirtin wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

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