Großeinsatz an der Mittelhofschule in Ellwangen: Wie die Polizei mitteilt, hat sich am Dienstagmorgen in der 8. Klasse der Schule in der Schwabstraße ein Unfall während des Chemieunterrichts ereignet. In dem Chemiesaal befanden sich zu dem Zeitpunkt zwei Lehrerinnen und 19 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt wurden 12 Menschen durch eingeatmete Dämpfe verletzt.

Lehrerin nach Unfall in Ellwanger Schule im Krankenhaus

Einem Sprecher der Polizei in Aalen zufolge war gegen 11 Uhr ein Chemie-Experiment missglückt: Eine Lehrerin wollte über dem Bunsenbrenner eine Flüssigkeit erhitzen. Sie stellt den Glaskolben auf ein Gitter über der Flamme. Das Gitter war offenbar mit Schwefelsäure oder Schwefel verunreinigt, und begann zu brennen. Schwefeldioxid (SO2) wurde frei.

Die Lehrerin reagierte schnell: Sie konnte das Feuer löschen, stellte das brennende Gitter in den Dunstabzug, führte die Klasse aus dem Raum und setzte einen Notruf ab.

Bei dem Unfall wurde die Lehrerin, die das Experiment durchgeführt hatte, verletzt: Sie hatte das Schwefeldioxid eingeatmet. Der Notarzt ließ sie ins Krankenhaus bringen. Außerdem wurden zehn Schüler sowie die zweite Lehrerin vom Rettungsdienst und Notärzten vor Ort behandelt. Sie klagten über Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit. Der Notarzt sagte, es sei „niemand ernsthaft zu Schaden gekommen“. Die Schüler konnten später entlassen werden.

Bad Urach

Gasentwicklung: Feuerwehr stellt bei Messung Schwefeldioxid fest

Wegen der Entwicklung des Gases schickte Feuerwehrkommandant Rainer Babbel einen Messtrupp mit Atemschutz in den Chemiesaal. Das Ergebnis: 0,4 ppm SO2 pro Kubikmeter Luft. Der maximale Wert für Arbeitsplätze liegt bei 1 ppm, lebensbedrohlich wird es bei 400 ppm. Der Chemiesaal wurde von der Feuerwehr mit einem Gebläse belüftet und ist wieder nutzbar.

Im Chemiesaal der Mittelhofschule Ellwangen gab es einen Unfall, 12 Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehr nahm in dem Raum Messungen vor.
© Foto: Facebook.com/Freiwillige Feuerwehr Ellwangen

Harald Ratgeb, Rektor der Mittelhofschule (MHD) hat nach dem Unfall im Chemiesaal beschlossen, den Unterricht für den Rest des Tages komplett ausfallen zu lassen. Die Eltern der betroffen Schüler wurden der Polizei zufolge bereits informiert. In einem Elternbrief der Schule hieß es, bei dem Unfall sei Schwefeldioxid freigesetzt worden.

In dem Brief schreibt der Rektor: „Die betroffenen Kinder wurden ärztlich untersucht. Mehrere Kinder klagten über Kopfschmerzen und Unwohlsein. Bei keinem Kind konnten jedoch bedrohliche Symptome festgestellt werden, eine stationäre Behandlung ist nicht erforderlich.“

Außerdem wurden Eltern aufgefordert, einen Arzt aufzusuchen, falls ihre Kinder über anhaltende Beschwerden klagen würden.

Unfall in der Schule löste einen Großeinsatz aus

Die Polizei wies in einer ersten Meldung ausdrücklich darauf hin, dass andere Schulklassen von dem Unfall im Chemiesaal nicht betroffen seien. Das Polizeirevier Ellwangen hat jetzt die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang übernommen.

Der Unfall löste einen Großeinsatz aus, vor Ort im Einsatz waren:

  • Die Polizei mit drei Streifenwagen
  • Der Rettungsdienst mit einem Leitenden Notarzt
  • Zwei Rettungswagenbesatzungen
  • Zwei Notarztfahrzeugen
  • Die Feuerwehr Ellwangen mit drei Fahrzeugen

Die Freiwillige Feuerwehr Ellwangen war auf solch einen Einsatz offenbar gut vorbereitet. Erst am 24. Oktober hatten ausgebildete Gefahrgut-Spezialisten der Feuerwehr das Hariolf-Gymnasium in Ellwangen besucht – für die Sonderübung „Gefahren im Chemieunterricht an Gymnasien“.

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