Feueralarm im Deutschen Peitschenmuseum im alten Killermer Bahnhof am Donnerstagabend gegen 21.15 Uhr: Ein Spaziergänger hatte durch die Fenster der rundum verglasten Museums-Cafeteria einen Feuerschein an der hinteren Außenwand des Gebäudes wahrgenommen. Er alarmierte zunächst die Anwohner, und zusammen versuchten sie, die Flammen zu löschen.

Die umgehend angerückte Feuerwehr Killer unter dem Kommando von Daniel Petznik setzte die Bekämpfung des Brandes fort. Mittlerweile hatte er sich in das Innere des Gebäudes ausgebreitet. Die Einsatzkräfte näherten sich von der Rückseite des Gebäudes – von den Bahngleisen her –, schlugen an der Cafeteria ein Fenster ein und löschten dann das Feuer rasch. Anschließend musste ausgiebig gelüftet werden, denn es hatte schon ausgiebig gequalmt.

Polizei beziffert Schaden auf 30.000 Euro

Zum Brandort eilten auch Ortsvorsteher Gerd Schäfer, Museumsleiter Oliver Simmendinger und Stadtbrandmeister Ilija Pilic. Eine Streifenwagenbesatzung des Hechinger Polizeireviers nahm die Ermittlungen auf, anderntags untersuchte zudem ein Sachverständiger die Brandstelle. Ursache für das Feuer könnte nach derzeitigem Kenntnisstand eine – außen am Gebäude – unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe gewesen sein. Den Schaden bezifferte die Polizei  auf 30 000 Euro.

Tragende Balken in Mitleidenschaft gezogen

Wie umfangreich die Sanierung ausfallen muss, dürfte sich erst zeigen, wenn ein Baufachmann ganz genau hinschaut. Es wurden tragende Balken in Mitleidenschaft gezogen, und das könnte bedeuten, dass mehr ausgetauscht oder erneuert werden muss, als es auf den ersten Blick erscheint.

Die von der Polizei ins Auge gefasste Brandursache überrascht Museumschef Oliver Simmendinger nicht im mindesten. Einen technischen Defekt an der Heizung hatte der frischgebackene Junginger Bürgermeister sogleich ausgeschlossen. Die Anlage sei schon aus Sicherheitsgründen außerhalb der Öffnungstage des Museums generell ausgeschaltet.

Dass gezündelt wurde oder jemand fahrlässig mit einer Glut hantiert hat, erschien ihm schon deshalb wahrscheinlich, weil sich am Killermer Bahnhof und an der nah gelegenen Bushaltestelle abends immer wieder Jugendliche treffen – in den Corona-Zeiten mit Kontaktverbot auch gerne heimlich.

Saisonstart fällt sowieso aus

Was den Schaden angeht, ist Simmendinger zuversichtlich, dass die Feuerversicherung die Kosten übernimmt. Und an Zeit zum Aufräumen und Reparieren fehlt es ohnehin nicht. Wegen der Coronakrise waren die Öffnungstage im Mai und im Juni sowieso abgesagt. Termine sitzen also nicht im Nacken.

Der finanzielle Verlust der Museumstage, die dem Heimatverein als Betreiber entgehen, hält sich in Grenzen. „Klar wäre es schöner, wenn wir die Einnahmen hätten, aber wir kommen durch“, sagt Simmendinger Leid tut es ihm um den ideellen Verlust: „Die Saisoneröffnung mit Motorradweihe, der Stammtisch an den Öffnungstagen – das gehört einfach zum Jahreslauf dazu, darauf haben sich viele Fans des Museums schon gefreut.“ Bleibt zu hoffen, dass sich die Rauch- und Viren-Wolken bis zum Juli verzogen haben.

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