Ein 50-jähriger Mann rief am Samstag gegen 16.15 Uhr über Notruf die Rettungsleitstelle. Der Stuttgarter hatte sich in der Nähe von Bad Boll verlaufen und klagte über Schmerzen in der Brust. Nachdem der Notruf an die Polizei weitergeleitet worden war, wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften nach Bad Boll geschickt. Darunter befand sich auch ein Polizeihubschrauber.

Vermisster drohte zu erfrieren

Um 17 Uhr wurde die Bergwacht Göppingen und Geislingen-Wiesensteig ebenfalls alarmiert und unterstütze den Rettunseinsatz mit vier Fahrzeugen und 17 Rettern. Der Gesuchte war gestürzt, kam von selbst nicht mehr weiter und wusste seinen genauen Standort im Gelände nicht. Bei Minusgraden suchte die Polizei mit Streifenbeamten und Helikopter, der Rettungshundestaffel und den Bergwachten nach dem Mann.

Ortung über das Handy

Da die Telefonverbindung des Gesuchten mit der Leitstelle nicht stabil war, ermittelte die Polizei das Fahrzeug des Mannes. Beide Bergwachten suchten zunächst alle in Frage kommenden Wanderparkplätze nach dem Auto des Vermissten ab, „um den Suchradius einzugrenzen“, erklärt Maximilian Hipp, Pressesprecher der Bergwacht, am Montag auf Nachfrage.
Über die Handyortung befand sich der Mann zwischen Aichelberg und Bad Boll. Er lag mittlerweile auf dem Boden und konnte nur noch teilweise sprechen, teilt die Polizei mit. Anhand der Lautstärke der Fluggeräusche des Hubschraubers und dem Martinshorn eines Streifenwagens, welche über das Handy übertragen wurden, wurde der Liegeort des Hilfesuchenden immer weiter eingegrenzt.
Der Mann wurde schließlich von der Helikopter-Besatzung auf einer unwegsamen Wiese in Richtung Pliensbach um 18:20 Uhr gefunden.Die Bergwacht rettete den stark unterkühlten Mann und beförderte ihn auf der Gebirgstrage im Bergrettungsfahrzeug zum wartenden Rettungswagen, wo er medizinisch weiter versorgt wurde.