Wird es regnen?: Was hinter der Prozentzahl der Regenwahrscheinlichkeit steckt

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit gibt an, ob es in einem bestimmten Zeitraum regnet oder schneit.
Martin Schutt/dpa30 Prozent Regenrisiko. Was bedeutet das denn nun konkret? Wird es an 30 Prozent des Tages regnen? Oder bleibt es an 30 Prozent trocken? Oder regnet es in 30 Prozent des Stadtgebiets?
Es wird kurz mathematisch: Für die Niederschlagswahrscheinlichkeit, fälschlicherweise oft Regenrisiko genannt, berechnen Meteorologinnen und Meteorologen die Wahrscheinlichkeit, dass es in einem Zeitraum an einem bestimmten Ort ein Niederschlagsereignis gibt, erklärt der Deutsche Wetterdienst (dwd)
Welche Chance besteht für gutes Wetter?
Um die Prozentzahlen der Vorhersage möglichst genau setzen zu können, werden aus der Vergangenheit vergleichbare Wetterlagen herangezogen. Bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 45 Prozent hatte es rückblickend bei gleichen Verhältnissen in maximal 4,5 von 10 Fällen geregnet.
Laut dem DWD ist es bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent fast sicher, dass man bei einem längeren Aufenthalt im Freien nass wird. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent bestehe immerhin eine 50:50–Chance, dass die Schauer vorbeiziehen und der eigene Pelz trocken bleibe. Bei 30 Prozent habe die Person schon ein wenig Pech, wenn an ihrem Aufenthaltsort Regen fällt. Wichtig sei jedoch, im Hinterkopf zu behalten, dass immer ein gewisses Regen– oder Gewitterrisiko bestehe. Auch sagt die Regenwahrscheinlichkeit nichts über die Dauer und die Intensität des Regens aus.
Ein Beispiel: Was bedeutet 90 Prozent Regenwahrscheinlichkeit am 4. April in Ulm?
In der Ulmer Wettervorhersage für Donnerstag, 4. April 2024, liegt die Niederschlagswahrscheinlichkeit für den gesamten Tag bei 90 Prozent. In der zusätzlichen Wetterinformation ist sichtbar, dass sich diese sehr hohe Prozentzahl allerdings nur auf den Mittag und den Abend bezieht. Für Morgens (6 bis 12 Uhr) liegt die Wahrscheinlichkeit bei 45 Prozent. Das bedeutet, dass es in Ulm in diesem Zeitraum zu 45 Prozent regnet und zu 55 Prozent trocken bleibt.

Von einer 90-prozentigen Niederschlagswahrscheinlichkeiten sollte man sich nicht demotivieren lassen. Hier lohnen sich zusätzliche Wetterinformationen. Denn für den Tag wird immer die höchste, berechnete Wahrscheinlichkeit für Regen angegeben – auch wenn am Vormittag noch die Sonne lockt.
wetter.comIn der stündlichen Vorhersage (im Bild rechts) ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit dann nochmal genauer angegeben. Hier spannt sich die Wahrscheinlichkeit für Regen am Donnerstagmorgen zwischen 0 und 45 Prozent.
Ein Schauer trifft nicht alle Bewohner einer Stadt
Je nach Größe der Regen– oder auch Gewitterlage kann sich die Niederschlagswahrscheinlichkeit ändern. So erfassen kleinere Schauer, also kurz andauernder Regen unter einer Stunde, meist nicht das gesamte Stadtgebiet. Zusätzlich kann die genaue Wanderung von Schauern und Gewittern nicht exakt vorhergesagt werden.
Wetter kann sich stündlich ändern
Beim Blick in die Wetterapp sollte man sich also nicht von einer 90–prozentigen Niederschlagswahrscheinlichkeiten für den gesamten Tag demotivieren lassen. Hier lohnen sich meist zusätzliche Wetterinformationen. So kann beispielsweise eine 90–prozentige Regenwahrscheinlichkeit für den ganzen Tag angegeben sein — jedoch zieht nur am Vormittag ein Regenband durch. Demnach muss auf den nachmittäglichen Sonnenspaziergang nicht verzichtet werden.
