Windkraftanlage Schauinsland
: Windrad erfolgreich gesprengt – Was jetzt folgt

Am Freitagnachmittag ist eines der beiden Windräder auf dem Schauinsland gesprengt worden. Es war die erste Sprengung eines Windrads überhaupt in Baden-Württemberg.
Von
Uwe Keuerleber,
Amelie Schröer
Freiburg
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  • Maßarbeit: Der Turm des Windrads wurde erfolgreich neben einem weiteren Windrad gesprengt.

    Maßarbeit: Der Turm des Windrads wurde erfolgreich neben einem weiteren Windrad gesprengt.

    Philipp von Ditfurth, dpa
  • 01.09.2023, Baden-Württemberg, Freiburg: Der Turm eines Windrads (r) wird gesprengt und fällt um, während daneben ein zweites Windrad steht. Anfang September 2003 gingen laut Veranstalter die Windenergieanlagen auf der Holzschlägermatte bei Freiburg in Betrieb. Für die Kraftwerkserneuerung wird der Turm der ersten Anlage gesprengt. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    01.09.2023, Baden-Württemberg, Freiburg: Der Turm eines Windrads (r) wird gesprengt und fällt um, während daneben ein zweites Windrad steht. Anfang September 2003 gingen laut Veranstalter die Windenergieanlagen auf der Holzschlägermatte bei Freiburg in Betrieb. Für die Kraftwerkserneuerung wird der Turm der ersten Anlage gesprengt. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Philipp von Ditfurth
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Eine große, dunkle Rauchwolke, dazu Trümmerteile, die in eine Waldschneise fallen. Am Freitagnachmittag (01.09.2023) ist die Windkraftanlage auf der sogenannten Holzschlägermatte in Freiburg erfolgreich gesprengt worden. Um kurz nach 14 Uhr sackte der 98 Meter hohe Betonturm in sich zusammen. Medien sowie zahlreiche Schaulustige waren vor Ort und verfolgten mit großem Interesse und aus sicherer Entfernung den Vorgang.

Erste Sprengung eines Windrads im Südwesten

Die Sprengung war eine Premiere im Südwesten: Erstmals wurde eine Windkraftanlage in der Region dem Erdboden gleich gemacht. Aber nicht umsonst. Mit der Sprengung werde Platz geschaffen für den Bau eines höheren und leistungsfähigeren Windrads, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Ökostromgruppe Freiburg, Andreas Markowsky, der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld. Es sei keine frühere Sprengung einer Windenergieanlage im Land bekannt, teilte das Stuttgarter Umweltministerium auf Anfrage mit. Die Rotorblätter der Anlage wurden bereits abmontiert, wie Markowsky sagte.

Neue Anlage produziert doppelt soviel Strom

Ein zweites, ebenfalls 20 Jahre altes Windrad auf fast 1000 Meter Höhe bleibe vorerst stehen, um weiter Strom zu produzieren, sagte Markowsky. Der Turm solle dann im Frühjahr gesprengt werden. Für zwei neue große Windräder reiche der Platz auf der Holzschlägermatte unweit des Schauinsland-Gipfels nicht aus. Die bisherigen Anlagen haben jeweils eine Gesamthöhe von 133 Metern. Die neue Anlage werde hingegen eine Gesamthöhe von 229 Metern haben. Der Bau soll im Frühjahr beginnen, es werden 7,2 Millionen Euro investiert. Die Anlage soll Markowsky zufolge jedes Jahr rund zehn Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspreche dem Jahresverbrauch von 3500 Haushalten. „Die Neuanlage bringt doppelt soviel Strom wie die zwei alten zusammen“, sagte der Manager. Der Abriss schlage mit rund 200.000 Euro zu Buche.

Mit Verkehrseinschränkungen muss gerechnet werden

Der Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg war zuletzt schleppend verlaufen. Er könnte aber künftig deutlich Fahrt aufnehmen - so sah es Bundesverband Windenergie in Baden-Württemberg im Juni. Dem Stuttgarter Umweltministerium zufolge kamen bis Ende August zehn neue Anlagen mit einer Leistung von zusammen 38 Megawatt dazu. Im gesamten Vorjahr waren es nur fünf Anlagen gewesen. Betreiber des Standorts Holzschlägermatte ist das Unternehmen Regiowind Freiburg - es wird von Ökostrom und dem Energieversorger Badenova gemanagt. Eigentümer der Anlage sind knapp 500 Bürgerinnen und Bürger.

Es wird während der Sprengung mit Verkehrseinschränkungen in der Umgebung gerechnet.