Wieder Bär in Bayern?
: Experten suchen Bärenspuren nach Sichtung im Allgäu

Nachdem Soldaten einen Bären in der Nähe des Forggensees gesehen haben wollen, suchen Spezialisten nach Spuren. Bestätigt sich die Sichtung, wäre das der erste Bär in Bayern seit eineinhalb Jahren.
Von
dpa
Augsburg
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Streift ein Bär durchs Allgäu? (Archivbild/Illustration)

Philipp Brandstädter/dpa
  • Experten suchen im Allgäu nach Bärenspuren, nachdem Soldaten einen Bären gesehen haben wollen.
  • Erstes Mal seit Mai 2022, dass ein Bär in Bayern gesichtet wurde.
  • „Netzwerk Große Beutegreifer“ sucht in der Region nach Spuren, Haaren oder Losung.
  • 2023 gab es 13 Bären-Nachweise in Bayern.
  • Nutztierhalter sollen Tiere nachts schützen; Touristen sollen vorsichtig sein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nachdem Soldaten im südöstlichen Landkreis Ostallgäu einen Bären gesehen haben wollen, arbeiten derzeit Experten des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) daran, die Sichtung nordöstlich des Forggensees zu verifizieren. Sollte ihnen das gelingen, wäre das die erste bestätigte Sichtung in Bayern seit Mai 2023.

Die Mitglieder des „Netzwerk Große Beutegreifer“ suchen nach Angaben des LfU derzeit in der Region, die durch das weltbekannte Märchenschloss Neuschwanstein bekannt ist, nach Trittspuren, Haaren oder Losung. Sollte Fell oder Kot gefunden werden, müsse beides aber noch genetisch untersucht werden. Dafür würden Experten dann mindestens zehn Tage benötigen.

13 Bären-Nachweise im vergangenen Jahr

„Hinweise zur Bestätigung der Sichtung haben wir derzeit nicht“, sagte ein Sprecher des LfU. Auch Bildaufnahmen liegen der Behörde nicht vor. Hinweise auf Bären in Bayern werden der Behörde immer wieder gemeldet. Im Jahr 2023 lagen laut Bärenmonitoring des Landesamts insgesamt 13 Nachweise in verschiedenen Landkreisen in Bayern vor.

Oberallgäu forderte bewaffnete Braunbärenbereitschaft

Erst im Juli hatte die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller von den Freien Wählern darum in dem Schreiben an ihren Parteifreund, Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, die Gründung einer bewaffneten bayerischen Braunbärenbereitschaft verlangt. Auf den Vorschlag reagierte das Umweltministerium zurückhaltend. 

Die Behörde empfiehlt Nutztierhaltern nach der möglichen Sichtung im Ostallgäu, das durch das berühmte Märchenschloss Neuschwanstein bekannt ist, ihre Tiere nachts im Stall unterzubringen und Herden zu schützen. Die Bevölkerung vor Ort und Touristen werden gebeten, „die Verhaltensregeln im Umgang mit Wildtieren zu beachten“ und in der freien Natur aufmerksam und vorsichtig zu sein. Bei einem Wanderausflug sollten beispielsweise keine Essensreste und kein Müll zurückgelassen werden.