Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg: Forstexperte warnt: „Von allein brennt kein Wald“

Der Wetterdienst misst jeden Tag die Waldbrandgefahr – wie sieht es im Südwesten Deutschlands aus? (Symbolfoto)
Lennart Bryks & Christoph Lohse- Waldbrandgefahr steigt durch Klimawandel; heiße, trockene Tage nehmen zu.
- Regionen wie Nordosten, Rheintal und Mittelfranken besonders gefährdet.
- Prävention: Rauchverbot im Wald, Parken nur auf offiziellen Plätzen, Müll korrekt entsorgen.
- Mischwälder erhöhen Resilienz; Maßnahmen zur Anpassung an Klimawandel laufen.
- DWD bietet täglich aktuellen Waldbrandgefahrenindex.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist wieder so weit: Die Temperaturen steigen, man verbringt mehr Zeit im Freien – und damit wird auch wieder der Grill auf der heimischen Terrasse oder auf öffentlichen Grillplätzen angeschmissen. Doch das bringt einige Gefahren für Flora und Fauna mit sich, wenn man sich nicht vorschriftsgemäß verhält oder nicht ausreichend auf die Umwelt achtet.
Waldbrandgefahr steigt durch Klimawandel
Die Waldbrandgefahr ist an heißen Tagen – wenig überraschend – höher als an kühleren und weniger trockenen. Dennoch ist zu beachten, dass sich die Brandgefahr durch klimatische Veränderungen inzwischen über längere Zeiträume erstreckt und häufiger auftritt. Sie variiert regional je nach Wetterlage und Forstlandschaft.
Wie der Deutsche Forstverein e. V. berichtet, sind insbesondere weite Teile im Nordosten und Nordwesten Deutschlands sowie das Oberrheinische Tiefland stärker von Waldbränden betroffen als andere Regionen in Deutschland.
Benedikt Decker vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten empfiehlt, die tagesaktuelle Waldbrandgefahrenkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu beachten. Er bestätigt: Heiße und trockene Tage treten durch den Klimawandel immer häufiger auf – und damit steigt auch das generelle Waldbrandrisiko. „So hat in Bayern die Zahl der Tage mit den höchsten Waldbrandwarnstufen (Stufe 4 und 5) in den Jahren 1991–2020 im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961–1990 bereits von 27 auf 38 Tage zugenommen“, berichtet der Pressesprecher.
Brandgefahr im Südwesten Deutschlands
Doch wie sieht es im Südwesten aus? Die Region hat nicht nur mit den Auswirkungen der Waldbrände in Kanada zu kämpfen, sondern muss sich auch vor Bränden in den eigenen Wäldern schützen – besonders an warmen Tagen, wenn vielerorts gegrillt wird.
Der Deutsche Wetterdienst misst für die warmen Tage auf einer Skala von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) meist eine mittlere Gefahr für Baden-Württemberg und Bayern.
Christoph Hartebrodt von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg schätzt die Gefahr aktuell nicht als besonders hoch ein. Im vergangenen Jahr habe es in Baden-Württemberg „nur“ 65 Waldbrände gegeben. „Außerdem kommt es auch immer auf den Menschen an – von allein brennt kein Wald“, sagt Hartebrodt. Im Schwarzwald – obwohl das generelle Risiko dort geringer ist – habe es dennoch die meisten Brände gegeben, da ein Brandstifter gezielt Feuer gelegt habe.
Am Bodensee und im Rheintal besteht hingegen eine erhöhte Gefahr für Waldbrände. Sobald es jedoch regnet oder gewittert, sinkt die Gefahr und der Index reduziert sich in der Regel für drei bis vier Tage.
Auch im Kreis Neu-Ulm besteht im Vergleich zu anderen bayerischen Regionen ein eher geringes Risiko. Höher ist das Waldbrandrisiko hingegen in den Kiefernwäldern Mittelfrankens und der südlichen Oberpfalz.
Prävention gegen Waldbrände
Laut dem Forstverein haben Risikountersuchungen ergeben, dass das Waldbrandrisiko in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen wird. Grund dafür sind vor allem steigende Temperaturen und abnehmende Niederschläge in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten.
Das Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg arbeite daran, die Wälder zu laubholzbetonten Mischwäldern umzugestalten. Das erhöhe die Resilienz des Waldökosystems und senkt gleichzeitig das Waldbrandrisiko.
Was kann ich tun, um Waldbrandgefahr zu minimieren?
Auch wenn die klimatischen Bedingungen nicht unbedingt beeinflusst werden können, gibt es Dinge, die jeder und jede einzelne tun kann, um nachhaltiger mit der Umwelt zu beliebten Grillzeiten umzugehen.
Das sind Tipps, die jeder beachten kann, um Waldbrände zu verhindern:
- Im Wald nicht rauchen und auch keine Zigaretten aus dem Fenster werfen: Minister Peter Hauk für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz erinnert an das grundsätzliche Rauchverbot vom 1. März bis 31. Oktober im Wald.
- Nicht Wild-Parken: Es gibt offizielle Parkplätze, die genutzt werden sollten. In Trockenphasen können heiße Katalysatoren und Auspuffe das Gras leichter entzünden.
- Offenes Feuer zum Grillen oder zur Beleuchtung vermeiden – nur an gekennzeichneten Plätzen grillen.
- Nach dem Grillen sollte sicher gegangen werden, dass die Grillkohle aus ist und danach richtig entsorgt wird. Die Asche kann entweder in einem vorgesehenen Aschecontainer entsorgt werden: Alternativ kann die Glut mit viel Wasser gelöscht und die kalte Asche dann in den Müll entsorgt werden.
- Müll richtig entsorgen: Besonders Glasflaschen oder Scherben sollten nicht nur zum Schutz vor Verletzungen, sondern auch zum Verringern einer möglichen Brandursache entfernt werden
- Sich und sein Umfeld informieren und aufklären, wie sich richtig im Wald zu verhalten ist. Zusätzlich misst der DWD den täglichen Waldbrandindex, sodass sich jederzeit informiert werden kann, wie hoch das Risiko ist.
